Hello there. Erinnert Ihr Euch noch an den Bitcoin?

Der Krypto-Hype ist vorbei. Astronomisch die Verluste, die frühe Bitcoin-Pioniere hinnehmen mussten. Inc listet hier zum Beispiel Chris Larsen auf, der Ripple mitbegründet hatte. Sein Verlust: 44 Milliarden US-Dollar. Oder die Winklevoss-Zwillinge – 1,6 Milliarden Dollar Verlust. Nach der großen Rallye ging es für die Kryptowährungen bergab, und zwar sowohl in Sachen Kurs als auch in Sachen Vertrauen vonseiten der Investoren. Facebook jedoch lässt sich davon nicht beeindrucken und stellt seine eigene Kryptowährung vor: Libra.

Facebooks Stable-Coin

Heute hat Facebook das Whitepaper der neuen Währung vorgestellt. Ja, richtig gehört, derselbe Konzern, der seit geraumer Zeit wegen diversen Datenskandalen und Sicherheitslücken in der Kritik steht. Wie wir bereits berichteten, waren die Pläne seit Längerem bekannt, doch die Details gab der Konzern noch nicht heraus. Das hat sich nun geändert. Mit dem Libra bringt Facebook einen Stable-Coin heraus, der weltweit schnelle, sichere und billigere Geld-Transaktionen verspricht. Das Prinzip ist einfach: Ein User kann sich mit der eigenen Währung (Euro, US-Dollar) Libra-Coins kaufen und sie entweder in einem Wallet von Drittanbietern oder im Wallet von Calibra (eine Facebook-Tochter, die sich um die Krypto-Geschäfte kümmern wird) unterbringen. Dieses soll über WhatsApp, den Facebook-Messenger und über eine eigene App verfügbar sein.

Unkompliziertes Bezahlen für alle

Facebook selbst begründet diesen Schritt damit, dass noch zu viele Menschen vom weltweiten Geldfluss ausgeschlossen sind. Zu teuer seien Transaktionskosten von Banken, zu langsam der Bitcoin, zu kompliziert Überweisungen und Zahlvorgänge. Mit der Libra soll das Verschicken von Geld so einfach sein wie das Versenden einer WhatsApp-Botschaft. Bedeutet dieser Schritt eine Revolution unseres Bezahlverhaltens?

Das Libra-Triumvirat

Genau wie der Bitcoin soll die Facebook-Währung auf der mittlerweile berühmten Blockchain-Technologie basieren. Allerdings ohne die gefürchteten Kursschwankungen. Daher ist ein Hype wie damals im Winter 2017 ausgeschlossen – zumindest in der Theorie. Stattdessen baut die neue Währung auf Stabilität. Im Grunde besteht die Libra aus drei Komponenten, die zusammenarbeiten sollen, um ein freies finanzielles System zu erschaffen:

  • Sie basiert auf einer sicheren, skalierbaren und verlässlichen Blockchain
  • Die Währung hat mehrere Anlagereserven im Rücken, die dafür designt ist, der Währung ihren Wert zu geben und diesen konstant zu halten
  • Die unabhängige „Libra Association“, die sich aus den Investoren zusammensetzt, beaufsichtigt und entwickelt das dazugehörige Ökosystem

Aktuell besteht die Libra Association aus 28 Mitgliedern, darunter Mastercard, Paypal, Spotify, Uber und Visa. Zum Start hofft Facebook auf 100 Mitglieder, von denen alle eine gleichwertige Stimme über finanzpolitische Entscheidungen haben sollen.

Wann kommt die Libra?

Noch müssen sich die Verbraucher allerdings gedulden. Denn auch wenn das Whitepaper bereits veröffentlicht ist, braucht die Libra Association noch Zeit für die Feinabstimmung. Zum Beispiel ist sie derzeit noch dabei, den Startwert auszuloten. Auch arbeitet sie mit HackerOne, einer Sicherheitsfirma, zusammen, um Bugs, Glitches und andere Mängel zu identifizieren und auszumerzen. Der offizielle Start soll in der ersten Hälfte des Jahres 2020 stattfinden.

Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Titelbild: © Masterlevsha / Fotolia.com

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