Sie sind weich, haben flauschiges Fell und lassen unsere Herzen höherschlagen: Teddybären. Aber die niedlichen Teddys können mehr als nur kuschelig sein, nämlich teuer! Richtig gehört, besonders Bären aus vergangenen Zeiten und aus weltweit bekannten Manufakturen wie Steiff sind besonders beliebte Sammlerstücke. Doch was steckt hinter dem Unternehmen Steiff und lohnt sich das Geschäft mit der Plüschnase?

Die Firma Steiff: Alles begann mit einem kleinen Mädchen!

Margarete Steiff

“Für Kinder ist nur das Beste gut genug.” (Margarete Steiff)

Die wohl weltweit bekannteste Teddybären-Manufaktur wurde von einer Frau gegründet, die einen beschwerlichen Weg besonders erfolgreich meisterte. Am 24. Juli 1847 wird Margarete Steiff in Giengen an der Brenz geboren. Doch sie leidet unter Kinderlähmung, kann die Beine nicht, die Arme nur schwerlich bewegen. Ihre Zukunft: Ungewiss. Doch sie erkämpft sich 1862 einen Platz in einer Nähschule. Anschließend arbeitet sie in der Schneiderei ihrer Schwestern. Später wagt sie den Schritt in die Selbständigkeit.

Vor dem Bären kam der Elefant

In einer Zeitschrift sieht Margarete ein Schnittmuster für einen Stoffelefanten. Das anschließend von ihr produzierte „Elefäntle“ soll als Nadelkissen dienen. Es erfreut sich jedoch als Kinderspielzeug großer Beliebtheit. In hoher Stückzahl wird es nun verkauft. Andere Stofftiere folgen. 1880 wird die Manufaktur Steiff gegründet. 1893 lag der Umsatz der Spielwaren bei 16.000 Mark.

Nadelkissen “Elefäntle” von Margarete Steiff, Steiff Museum Giengen

Und der Teddy? Der kommt erst rund 10 Jahre später. Margaretes Neffe, Richard Steiff, steigt in das Unternehmen ein. Er entwirft 1902 den ersten Steiff-Bären „55 PB“ (55 cm lang, aus Plüsch und Beweglich). Der weltweit erste Bär mit beweglichen Armen und Beinen wird zum Verkaufsschlager. Nur zwei Jahre später kommt der berühmte „Knopf im Ohr“ um sich vor Fälschern abzusichern. Am 09. Mai 1909 stirbt Margarete Steiff mit 61 Jahren. Sie hinterlässt ein Spielzeug-Imperium, das bis heute weltweit erfolgreich ist.

Ein Spa und eine Klinik: Alles für den Bären

Heute verdient das Unternehmen mit Sitz in Giengen Millionen. Vergangenes Jahr konnte die Margarete Steiff GmbH einen Rekordumsatz von 110 Millionen Euro verzeichnen. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf Internationalisierung und will den Absatz in USA und Asien vorantreiben. Aber auch hierzulande bricht das Teddyfieber nicht ab. Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums eröffnete die Firma 2005 ein eigenes Museum mit Schaufertigung.

2009 wurde darin eine Teddybärklinik eröffnet. Kein Scherz! Schließlich begleitet uns so ein Bär das ganze Leben lang. Dabei trägt er schon mal ein paar Blessuren davon. Und damit der Teddy sich danach erholen kann, gab‘s zur Klinik noch ein Spa dazu. Von der einfachen Reinigung bis hin zum Austausch von ganzen Teilen ist alles möglich.

Ich werd‘ jetzt Teddymillionär! Oder doch nicht?

Manche Teddys sind eben mehr als nur ein Spielzeug. Sie sind in erster Linie ein Sammlerstück oder eine Investition. Warum dann nicht ‘ne Aktie kaufen anstatt ‘ner Plüschnase? Darauf hat Götz Seidel, Inhaber der Ladenburger Spielzeugauktion GmbH, eine einfache Antwort:

“In einem Teddybären sieht der Sammler immer ein Stück seiner Kindheit. Ein Teddysammler genießt es, dass seine Bären zu Hause um ihn herum sind. An einer Aktie – beziehungsweise dementsprechenden Depotauszug – hat man sich mit der Zeit satt gesehen”, sagt Seidel.

Stimmt! Lieblicher anzusehen als Aktien sind die Bären allemal. Aber bieten sie als Geldanlage auch wirklich Vorteile? Für normale Verbraucher, die den Teddy lediglich als Kuschelobjekt sehen, wohl nicht. Zum einen fehlt die fachliche Expertise und zum anderen kann auch die Bindung an den kleinen Freund zu groß werden. Doch leidenschaftliche Teddy-Sammler bewahren ihre Professionalität. Solange Sie also den Marktwert des Teddys nicht einschätzen können, sollten Sie vom Teddy als Geldanlage wohl eher die Finger lassen.

Die zehn teuersten Steiff-Plüschbären der Welt!

Doch diejenigen, die ein Händchen für die Kuscheltiere haben, können damit durchaus große Erlöse erzielen. Die bekannten Auktionshäuser wie Christie’s und Sotheby’s bieten die Bären in ihrem Sortiment an. Es lohnt sich durchaus auch bei den Manufakturen selbst anzufragen. Steiff besitzt einen hierfür eigens gegründeten Club, der immer wieder intern mit den Bären handelt. Welche Summen mit den Teddys laut catawiki.de zustande kommen können, zeigen wir Ihnen hier:

10Teddy mit Wärmflasche – 28.000 Euro

Multifunktional ist dieser Teddy! Denn wie der Name schon verrät, besitzt er neben seinem kuscheligen Aussehen eine Öffnung für eine Wärmflasche. Die schlechten Verkaufszahlen des Teddys im Produktionsjahr 1910 führten jedoch zum Produktionsstopp. Damit sind nur wenige dieser Bären hergestellt worden, was sie bei einer Auktion 2010 umso teurer machte.

9Bär „Will“ – 51.700 Euro

Der Bär mit der silberfarbenen Namensbrosche und einer Mittelnaht wurde 1908 produziert und erzielte bei einer Auktion 2004 einen beachtlichen Preis. „Will“ befand sich in einem außerordentlich guten Zustand, daher der hohe Erlös.

8Teddybär „Elliot“ – 58.000 Euro

Das Markenzeichen dieses Teddys ist mit Sicherheit seine blaue Farbe. Es wird angenommen, dass Elliot 1993 nur als einer von sechs verschiedenfarbigen Musterproben für ein britisches Kaufhaus produziert wurde, bei der die Massenproduktion am Ende jedoch nicht zustande kam. Damit ist der Teddy äußerst selten.

7Teddy „Harlekin“ – 71.000 Euro

Ebenfalls in den Farbtopf gefallen ist dieser blaurote Teddy aus dem Jahr 1925. Er wurde aufgrund seiner Seltenheit von dem Hedge-Fond-Manager Paul Greenwood gekauft und nach dessen Betrugsvorfällen 2013 für eine beachtliche Summe wieder versteigert.

6Goldener Jubiläumsteddy – 79.000 Euro

Ebenfalls in den Farbtopf gefallen ist dieser blaurote Teddy aus dem Jahr 1925. Er wurde aufgrund seiner Seltenheit von dem Hedge-Fond-Manager Paul Greenwood gekauft und nach dessen Betrugsvorfällen 2013 für eine beachtliche Summe wieder versteigert.

5Teddybär PB28 – 97.000 Euro

Er ist wohl der älteste Steiff-Bär auf dem Markt. 1904 gefertigt wurde er bei einem Steiff-Festival 2002 in Giengen versteigert. Das Besondere an diesen Teddys sind die Metallstäbe und Gelenke, aus denen sie konstruiert wurden.

4Teddy „Happy“ – 120.000 Euro

Der aus der Steiff-Manufaktur stammende Teddybär „Happy“ kam 1926 auf den Markt und erzielte 2002 in einer Auktion einen hohen Zuschlag. Der Teddy ist einer der Steiff-Klassiker, den es in verschiedenen Größen und Ausführungen gibt.

3Teddy „Titanic“ – 128.000 Euro

Eine Rarität sind die anlässlich des Untergangs der Titantic entworfenen Steiff-Teddys. Lediglich 82 Stück dieser „Trauer-Teddybären“ wurden 1912 als Sammlerstücke gefertigt. Der Teddy erzielte bei einer Auktion im Jahr 2000 einen hohen Gewinn.

2Teddybär „Girl“ – 130.000 Euro

Diese Bärendame rangiert auf dem zweiten Platz unter den teuersten Teddys. Der Grund: Sie war ein Geburtstagsgeschenk für Colonel Bob Henderson. Dieser diente als Oberst in der Armee und kämpfte im Zweiten Weltkrieg. Immer an seiner Seite: Teddy „Girl“. Später leitete er eine Organisation, die Teddys an kranke Kinder verteilt.

1Teddy „Louis Vuitton“ – 1.978.000 Euro

Der bisher teuerste Teddy ist ein Mädchen und ein Modefreak. Im feinsten Louis-Vuitton Designerdress kommt die Bärendame daher und hat das dazu passende Gepäck gleich mit. Im Jahr 2000 wurde sie für knapp 2 Millionen Euro in Monaco verkauft. Heute steht sie im Teddybär Museum in JeJu, Südkorea.

Dein Teddy kann mehr!

Wenn Sie von den Bären nicht genug bekommen können, sollten Sie unbedingt folgende Tipps beachten.

Tipp 1: Die richtige Manufaktur!
Besonders attraktiv auf dem Markt sind natürlich Steiff-Plüschbären. Hergestellt in Giengen, erzielen sie dauerhafte Wertsteigerungen und erfreuen sich bei Kindern wie auch bei Sammlern großer Beliebtheit.
Tipp 2: Die Zeit macht’s aus!
Alle Teddybären, die vor 1970 gefertigt wurden, werden im Markt als historisch eingestuft. Eine hohe Wertsteigerung haben vor allem Teddys aus den zwanziger Jahren. Eine solche Plüschnase zu beschaffen, könnte jedoch schwierig werden. Denn die Preise sind hoch und die Anzahl rar.
Tipp 3: Selten muss er sein!
Limitierte Exemplare mit geringen Stückzahlen treiben den Preis der flauschigen Lieblinge in die Höhe. Doch woher besorgen? Die Manufaktur Steiff bietet sogar einen eigenen Club an, der seinen Mitgliedern regelmäßig limitierte Teddybären zu ermäßigten Sonderpreisen anbietet.
Tipp 4: Der Zustand ist relevant
Der Teddy sollte außer altersbedingten Abnutzungen keinerlei weitere Schäden aufweisen. Abgebissene Köpfe und herausgerissene Arme – durch beispielsweise Wutausbrüche von Kindern – oder ein durch ein Loch hervorquellendes Innenleben mindern den Wert erheblich. Grundsätzlich gilt: Je besser der Erhaltungszustand, desto höher die Renditechancen.
Tipp 5: Up to date: Information ist alles!
Um auf dem aktuellen Stand der Wertentwicklung von Teddybär-Investments zu bleiben, ist es ratsam, spezielle Magazine wie den „BärReport“ zu lesen. Häufig sind auch Fälschungen im Umlauf, auf die jedoch im Internet aufmerksam gemacht wird.

Besonders attraktiv auf dem Markt sind natürlich Steiff-Plüschbären. Hergestellt in Giengen, erzielen sie dauerhafte Wertsteigerungen und erfreuen sich bei Kindern wie auch bei Sammlern großer Beliebtheit.

 

Im Übrigen: Ein Blick auf den Dachboden kann sicherlich nicht schaden, vielleicht versteckt sich ja dort das ein oder andere Sammlerstück! Aber seien Sie nicht enttäuscht, falls nicht. In den meisten Fällen zählt sowieso nicht der Preis des Kuscheltiers, sondern die Tatsache, dass man es einfach liebhaben kann!

Titelbild: ©Hans/pixabayBeitragsbilder: ©Public Domain ©By Flominator (talk) – Own work, CC BY-SA 3.0

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