Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film – nur, dass es diesmal real ist. Schon bald wollen die Menschen andere Planeten unseres Sonnensystems besiedeln. Einer davon bietet sich als Lebensraum besonders an: der Mars. Doch da der rote Planet eben nicht die Erde ist, gibt es viele Faktoren zu beachten. Doch eines ist sicher, der erste Flug zum Mars ist bald möglich und viele wollen dabei sein!

Multi-Planetar statt Multikulturell

Bereits im vergangenen Jahr hat Elon Musk, Chef des privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX, sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 eine Kolonie auf dem Mars zu gründen. Technisch sei dies bald möglich. Doch der Haken: Für normale Menschen ist so ein Flug zum Mars derzeit noch unerschwinglich. Ganze zehn Milliarden US-Dollar pro Passagier kostet derzeit die Reise. SpaceX arbeite jedoch an einer Lösung: Größere Raumschiffe sollen mindestens 100 Menschen transportieren können und so den Preis reduzieren. Auch die Wiederverwendung von Raumschiffen würde die Transportkosten senken. So könne eine Person bereits ab 140.000 Dollar pro Person zum Mars aufbrechen. Im Übrigen: Ankunft wäre schon in 80 Tagen. Was uns dort erwartet ist noch unklar, denn über das Leben auf dem Mars wollte Musk nichts verraten.

Auch in den Niederlanden geht so einiges in Sachen Marsbesiedelung voran. Bereits vor mehreren Jahren hat die Organisation Mars One aus 200.000 Bewerbern 1058 Menschen ausgewählt. Doch nur 24 Ausgewählte bleiben am Ende übrig um die erste bemannte Mission zum roten Planeten zu begleiten. Im Übrigen: One-Way.

Atlantis für den Mars

Doch Musk und Mars One sind nicht konkurrenzlos. In den Vereinigten Arabischen Emirate entsteht derzeit eine ganze Stadt, die die Lebensbedingungen auf dem Mars simulieren soll. Und das so genau, wie es auf der Erde möglich ist. Der gesamte Stadtbau mit 175.000 Quadratmeter wird mit Glaskuppeln überzogen. Im Inneren befinden sich Forschungslabore, die das Leben unter den Bedingungen ergründen. Außerdem soll ein Museum eingerichtet werden, das sich mit der Raumfahrt befasst. Das Stadtkonzept ist von dem dänischen Architekten Bjarke Ingels in Kooperation mit Wissenschaftlern und Bauingenieuren entworfen. Auch der Name der futuristischen Stadt steht schon fest: Mars Scientific City.

Abgeschirmt von jeglicher Zivilisation sollen in Kürze mehrere Wissenschaftler ein Jahr in dem Kuppelbau wohnen. Das ausgewählte Team soll Erfahrungswerte für das Leben unter den schwierigen Bedingungen sammeln. Dabei müssen sie Energie, Wasser und Nahrung selbst und aus eigenen Mitteln produzieren. Am Dienstag veröffentlichte der Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Rashid Al Maktoum, bereits einige Bilder auf Twitter.

So eine Erforschungsmission ist natürlich auch nicht ganz billig. Ganze 116 Millionen Euro soll die Projektstadt in der Wüste kosten. Das meiste übernimmt das Land selbst. Die Vereinigte Arabische Emirate sind bekannt für ihre Investitionen in futuristische Forschungen. Egal ob bemannte Drohenflüge oder neue Umwelttechnologien, das Land rund um Dubai steht bei spektakulären Zukunftsforschungen an erster Stelle. Bis 2117 möchte das Land die „Stadt auf dem Mars“ Wirklichkeit werden lassen. Ob sie dann wie Atlantis untergeht oder ob wir wirklich zu Marsmännchen werden bleibt also noch offen.

Flug zum Mars? Umsonst

Wenn Sie nun auch Lust auf einen kleinen Marstrip bekommen haben, müssen wir Sie leider enttäuschen. Die Tickets für die Missionen bei Nasa & Co. sind größtenteils schon ausgebucht. Und die, die es noch nicht sind, werden nur an private Kontakte für viel Geld verkauft. Zumindest solange Elon Musk sein Versprechen noch nicht eingelöst hat. Wer trotzdem irgendwie auf dem Mars mit dabei sein möchte, der kann mit dem „Insight-Projekt“ der NASA seinen Namen auf einen Mikrochip speichern lassen und so bei der nächsten Mission kostenfrei mit zum Mars fliegen. So war zumindest Ihr Name schon mal im All.

Titelbild: ©Sergey Drozdov/Fotolia

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