Wer wäre nicht gern wie Super-Walter? Beim Abendessen kommt die Frage auf den Tisch, ob er denn schon den Mietwagen gebucht hat. Dank schnellem Internet und einer Mietwagenvergleichsseite ist das in Sekundenschnelle erledigt und Walter kann sich des Wohlwollens seiner Frau sicher sein.

Versicherungsschutz reicht nicht

Wie könnte es bei dem Spot weitergehen? Walter und, nennen wir sie Inge, kommen nachts, verschlafen, auf dem Flughafen von Mallorca an. Dort wartet schon der örtliche Vertreter der Autovermietung auf sie. Das Erste, was ihnen mitgeteilt wird, ist, dass der Versicherungsschutz, den die beiden bei der Online-Anmietung gleich mit abgeschlossen haben, nicht ausreicht. Entweder, sie zahlen noch einmal für eine ausreichende Versicherung zu, oder sie müssen eine Kaution hinterlegen (per Kreditkarte) die deutlich höher ist, als im Vertrag angegeben. Zudem hat das Auto einige Extras, die natürlich auch extra kosten. Was tun? Alle anderen Mietwagenschalter sind geschlossen, der Reiseleiter fühlt sich nicht zuständig, da das Auto ja extra gebucht wurde und der letzte Nachtbus ist ebenfalls gerade abgefahren. Also müssen die beiden letztendlich in den sauren Apfel beißen und alle zusätzlichen Gebühren und Aufschläge zahlen. Denn die Option, bis zum nächsten Morgen auf dem Flughafen zu warten, kommt nicht wirklich infrage. Inge ist sauer und Walter alles andere als ein Superheld.

Gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckungssumme?

Was sich wie eine doch recht frei erfundene Geschichte anhört, ist leider traurige Realität. Oft müssen sich gerade Kunden, die ihren Mietwagen online gebucht haben, mit zusätzlichen Kosten am Urlaubsort abfinden. Einer der Gründe ist, dass bei einer Buchung auf einem Portal die Betreiber für den Mietwagen und die Versicherung kassieren. Dem Vermieter vor Ort bleibt nur der Betrag für den Wagen an sich. Und der ist oft so niedrig kalkuliert, dass die Unkosten gerade mal gedeckt sind. Deshalb wird versucht, auf anderem Wege an eine zusätzliche Einnahme zu kommen. Gängiges Argument ist zum Beispiel, dass die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckungssumme des jeweiligen Landes von der deutschen abweicht. Im Falle Spaniens liegt diese bei 15 Millionen bei Personenschäden (Deutschland 7,5 Millionen) und bei 70 Millionen bei Sachschäden (Deutschland 1,12 Millionen). Was viele Automieter jedoch nicht bedenken, ist, dass die Versicherungsverträge zumeist auf das jeweilige Land ausgerichtet sind. Es empfiehlt sich also, bereits vor der Reise die Bedingungen der Versicherungen zu lesen. Ebenso kann ein Schaden bereits über die Versicherung der Kreditkarte abgesichert sein. So gibt es keinen Ärger!

Damit der Mietwagen nicht zur Kostenfalle wird

  1. Lesen Sie den Vertrag aufmerksam durch. Falls Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie nach. Unterschreiben Sie nicht, bevor Sie alle Zweifel geklärt haben.
  2. Überprüfen Sie die angebotene Versicherung. Ist diese auf die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes ausgerichtet? Lassen Sie ebenfalls von Ihrem Versicherungsexperten prüfen, ob Sie nicht bereits ausreichend versichert sind (Mallorca-Police).
  3. Nehmen Sie sich Zeit und prüfen Sie Ihren Mietwagen. Halten Sie alle Schäden schriftlich und am besten per Bild fest.
  4. Bestehen Sie auf eine Full-Full-Regelung. Sie erhalten den Mietwagen komplett aufgetankt und geben ihn auch wieder so zurück.
  5. Geben Sie den Mietwagen rechtzeitig zurück und lassen Sie sich den guten Zustand schriftlich bestätigen.
Titelbild: © alphaspirit

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