Um im internationalen Wettbewerb mitmischen zu können, müssen sich Unternehmen globale Expansionsstrategien überlegen. Dazu zählt auch, Mitarbeiter in die große weite Welt zu schicken. Dazu sollten Firmen die weltweite Vergleichsstudie der Unternehmensberatung Mercer zu Rate ziehen. Diese untersuchte in 209 Großstädten die Preise für rund 200 Dienstleistungen und Produkte, um zu erfahren, wie hoch die jeweiligen Lebenshaltungskosten sind. Während Honkong in diesem Jahr als teuerste Stadt der Welt gilt, in der ausländische Fachkräfte hohe Summen für Wohnung, Kleidung und Lebensmittel ausgeben müssen, sind deutsche Städte dagegen relativ günstig. Was sollten Unternehmen bei der Wahl des Einsatzortes beachten?

Unternehmen müssen investieren

Sofern sie Wert darauf legen, im internationalen Wettbewerb eine Rolle zu spielen. Doch den Mitarbeiter ins Ausland zu schicken bringt zum Teil hohe Kosten mit sich. Und da eine Firma ihr Hauptaugenmerk darauf legen muss, wo der Mitarbeiter am ehesten gebraucht wird, kann diese nur bedingt Rücksicht darauf nehmen, die Orte zu wählen, in denen die Lebenshaltungskosten am günstigsten sind. Um in Städten wie Hongkong oder Zürich Fuß zu fassen, Geschäftsbeziehungen zu stärken und dem Angestellten eine lehrreiche Auslandserfahrung zu ermöglichen, muss das Gehalt dementsprechend angepasst werden.

“Angesichts der beträchtlichen Schwankungen an den Märkten und des in zahlreichen Regionen lahmenden Wirtschaftswachstums ist Kosteneffizienz ein bedeutsames Thema, und dabei spielen wiederum die Vergütungspakete für entsandte Mitarbeiter eine wichtige Rolle”, so Ilya Bonic, Senior Partner und Präsident des Talent-Bereichs von Mercer. (Quelle: Mercer)

Die zehn teuersten Städte

Im Vergleich zum Jahr 2015 haben sich die Preise nur bedingt verändert. Die zum Teil großen Verschiebungen im Ranking hängen allerdings sehr stark von den Währungsschwankungen der Kosten für Wohnraum sowie der Güter- und Dienstleistungsinflation ab. Diese bestimmen folglich auch die erforderlichen Investitionen eines Auslandsaufenthalts und schließen Unterkunft, öffentliche Verkehrsmittel, Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren und Freizeitangebote mit ein. Hongkong hat in diesem Jahr Luanda vom ersten auf den zweiten Platz verbannt. 2015 fielen in Luanda noch 6000 Euro monatlich für ein unmöbliertes Apartment mit zwei Schlafzimmern an. Der Liter Milch schlug mit 2,76 Euro, ein Fastfood-Gericht mit 15 Euro und eine Jeans mit 218 Euro zu Buche. In London und Singapur dagegen würde man gerade mal auf die Hälfte kommen. Deutlich teurer geworden ist das Leben für ausländische Fachkräfte in Tokio und Kinshasa. London gehört zwar nicht zu den weltweit teuersten Städten, liegt allerdings im europäischen Raum auf Platz vier. Toppen können das nur drei Schweizer Städte: Zürich (1), Genf (2) und Bern (3). Die teuersten deutschen Städte sind München (77) und Frankfurt (88), gefolgt von Berlin (100), Düsseldorf (107) und Hamburg (113). Zwar liegen diese noch ein weites Stück hinter den höchstpreisigen Städten, doch der “Cost-of-living” hat sich auch bei uns vor allem durch die steigenden Wohn- und Wohnnebenkosten sowie die starke Nachfrage nach Wohnraum deutlich erhöht.

Rang 2015Rang 2016StadtLand
21HongkongHongkong
12LuandaAngola
33ZürichSchweiz
44SingapurSingapur
115TokioJapan
136KinshasaDR Kongo
67ShanghaiChina
58GenfSchweiz
109N‘DjamenaTschad
710PekingChina

Die zehn günstigsten Städte

Ein Blick auf Nischen und neue Märkte lohnt sich natürlich immer. Dennoch sollten günstige Lebenshaltungskosten nicht im Fokus liegen, wenn es darum geht, Mitarbeiter ins Ausland zu schicken. Hier gilt es vor allem, den Sicherheitsaspekt, aufgrund sozialer Unruhen und den wirtschaftlichen Ausblick nicht aus den Augen zu verlieren, die das Leben und den wirtschaftlichen Ertrag natürlich günstiger aber eben auch sehr viel risikoreicher gestalten.

Rang 2015Rang 2016StadtLand
180200LusakaZambia
188201GaboroneBotswana
205201KarachiPakistan
204203TunisTunesien
200204MinskBelarus
191205JohannisburgSüd Afrika
186206BlantyreMalawi
207207BishkekKyrgyzstan
200208Cape TownSüd Afrika
206209WindhoekNamibia

Zur gesamten Studie geht es hier entlang.

Titelbild: © demerzel21

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