Für Leute mit Geschäftsideen, Visionen und Lust auf Andersmachen

Ist der Startup-Hype etwa schon vorbei? StudiVZ, der einstige Stern am Social-Media-Firmament, ist bereits erloschen und steht nun zum dritten Mal zum Verkauf. Rocket Internet, der scheinbar permanent überhitzte Brutkasten, schiebt kaum noch taufrische Gründer-Küken nach. StudiVZ und Rocket Internet, das ehemalige Vorzeige-Startup und Deutschlands bekannteste Gründer-Schmiede. Zwei Unternehmen, die den Mythos Startup in Deutschland aus der Taufe gehoben haben.

Was heißt das für Deutschland? Ist die Gründerszene hierzulande schon begraben, bevor sie wirklich geboren wurde? Und welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für jene, die dennoch den Mut aufbringen, ihr eigenes Internet-Unternehmen zu gründen?

Da funkelt noch was 

Die deutsche Gründerszene ist nach wie vor lebendig. Laut aktuellem Deutschen Startupmonitor waren 2016 hierzulande 1.224 Startups auf dem Markt vertreten. Verteilt auf 3.043 Gründer. Wohnhaft in Berlin zu sein, ist von Vorteil. So viele blutjunge Unternehmen an einem Ort gibt es in Deutschland nur in der Hauptstadt.

Ein Unternehmen hochzuziehen funktioniert ebenso in Hamburg, München oder auf dem Land. Auf die Idee kommt es an. Und die sollte es in sich haben, damit es für den Einhorn-Status reicht. Zum Symbol der internationalen Gründerszene hat sich das Fabelwesen gemausert, zum Sinnbild für den raketenhaften Überflug.

“Würde man von dem neuen Bäcker an der Ecke auch von einem Startup sprechen? Wohl eher nicht.”, so steht es im Lexikon auf gruenderszene.de geschrieben.

Was ein Startup vom neuen Bäcker unterscheidet:

hohe Innovationskraft

überdurchschnittlich hohes Wachstumspotential

es handelt sich in der Regel um ein Online-Unternehmen

Ist die Idee überzeugend genug, braucht es ein skalierbares Geschäftsmodell, einen Businessplan und jede Menge Ehrgeiz, Blut und Schweiß, um Investoren für sich zu gewinnen.

In den Brutkasten: Von Inkubatoren und Business-Angels

Berlin, 30. Oktober 2005: Startschuss für StudiVZ. Mitbegründer Ehssan Dariani sitzt in einem Intenetcafé am Rosa-Luxemburg-Platz und gründet sein neues Unternehmen. Gleich darauf wird das erste Büro bezogen: Friedrichstraße, 1-Zimmer-Appartement, siebter Stock in nostalgischer DDR-Platte. Zu sechst saßen die Mitarbeiter an einem Tisch, telefonierten in den Fluren oder wichen auf die Betten aus. Mehr Klischee verträgt ein Mythos nicht. Von der Arbeit rund um die Uhr ganz zu schweigen. Vom vergleichsweise geringen Start-Kapital ebenso. Mit nur 10.000 Euro nahm die Erfolgsstory ihren Anfang. Deutschlands bekanntestes Internet-Unternehmen, Rocket Internet, ließ sich nicht lang bitten und pumpte ordentlich Geld in das noch junge Netzwerk.

StudiVZ: Tod in drei Akten

So nicht! StudiVZ ist zum mahnenden Beispiel für zukünftige Gründer geworden. Größter und kapitaler Fehler des Netzwerkes: Kopieren, was Facebook schon hat. Die Methode hatte zunächst riesigen Erfolg. Facebook war hierzulande noch weitgehend unbekannt. Der fehlende Innovationsgeist wurde den Gründern aber zum Verhängnis, als Mark Zuckerberg mit einer deutschen Variante seines sozialen Netzwerkes hierzulande Einzug hielt.

Rocket Internet: Ein Startup-Investor in Verruf

Der einstige Vorzeige-Inkubator hat die deutsche Gründerszene aufgemischt. Hunderte Startups schuf das Unternehmen wie am Reissbrett. Die bekanntesten unter ihnen: StudiVZ, Zalando und Home24. Die Erfolge bleiben mittlerweile aus. Auch der Börsengang schaffte es nicht, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen. Inzwischen sind die Gründer als Haifische der Branche auch über die Grenzen Deutschlands bekannt. Ideen aufspüren und kopieren – so mancher wünscht ihnen dafür sogar die Pest an den Hals.

Wer heute einen Investor sucht, dem stehen verschiedene Möglichkeiten offen. Die bekannteste Option dank Rocket Internet: Inkubatoren. Weitere Möglichkeiten: Accelerator-Programme, Business-Angels oder die Finanzierung über Venture-Capital. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Dein Geld kann mehr

Wer Geld braucht, muss netzwerken können. Auf sich aufmerksam machen und sich überzeugend präsentieren können angehende Startup-Gründer auf einschlägigen Gründermessen und in speziellen Investor-Netzwerken.

 Titelbild:  ©adrenalinapura/Fotolia

1 KOMMENTAR

  1. Hallo,
    StudiVZ war wohl das erste populäre soziale Netzwerk in Deutschland, an das ich mich noch sehr gut erinnern kann. Unter uns Studenten extrem gehypt, jeder wollte unbedingt jeden “gruscheln”. Danke für den tollen Beitrag.:-)

    Falls jemand auf den Geschmack gekommen ist, selbst zu gründen, unter https://www.unternehmerich.de/Startup-Gruendung.html gibt es noch jede Menge Infos darüber, was es zum Start zu beachten gilt.

    LG,
    Benny;-)

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