Laut einer Schadensbilanz der Munich Re richteten Naturkatastrophen im vergangenen Jahr vergleichsweise einen geringen finanziellen Schaden an. Die Zahl der Opfer blieb mit 23.000 deutlich unter einem noch traurigeren langjährigen Durchschnitt von 54.000.

Erdbeben in Nepal am verheerendsten

Nichtsdestotrotz ereigneten sich tragische Naturereignisse. Das verheerende Erdbeben, welches Nepal im April heimsuchte, war mit Abstand die tödlichste Naturkatastrophe des Jahres 2015. 9.000 Menschen verloren ihr Leben, eine halbe Million wurde obdachlos. Mit einem Gesamtschaden von 4,8 Milliarden US-Dollar richtete das Beben zudem den enormsten finanziellen Schaden an.

Hitzewellen und Dürre

Indien und Pakistan waren von Mai bis Juni von einer erbarmungslosen Hitzewelle betroffen, die 3.670 Menschen das Leben kostete. Weltweit litten zudem nahezu alle Kontinente unter El Niño, in dessen Folge es zu Dürren kam, die allein in Europa zwei Milliarden Dollar Schaden verursachten.

Stürme und Unwetter

Zusätzlich kam es in China, Taiwan, auf den Philippinen, in den USA und Kanada zusammengenommen zu schweren Taifunen und Unwettern die zehntausende Menschenleben forderten. Tropische Wirbelstürme fielen schwächer aus als im Vorjahr, die Hurrikan-Aktivität nahm ab. Taifune trafen vermehrt auf eher dünn besiedeltes Gebiet.

Niklas wütete in Deutschland

In Deutschland richtete Wintersturm Niklas den größten Schaden an. 750 Millionen Euro hatte er die deutschen Versicherer laut GDV gekostet. Damit macht allein Niklas rund ein Drittel aller Ausgaben der Sachversicherer des vergangenen Jahres aus. Hier ist eine gute Versicherung gegen Sturm und Hochwasser gefragt.

Schäden waren nicht versichert

Ein Wermutstropfen ist die finanzielle Gesamtbilanz des Rückversicherers, die im Vergleich positiver ausfällt als im Vorhinein. 2015 entstanden kalkulierte Gesamtschäden in Höhe von 90 Milliarden US-Dollar weltweit, die niedrigste Summe seit 2009. Zum Vergleich 2014 waren es rund 110 Milliarden. Auf dem größten Teil der Geld- und Sachschäden bleiben Betroffene jedoch sitzen, da sie nicht versichert waren. Policen fingen international 27 Milliarden auf. Die Versicherungsquote ist nicht allein durch die sozio-ökonomischen Verhältnissen der Betroffenen erklärbar. Bei der Gesamtheit aller Schäden in Europa waren nur ein Zehntel durch Policen finanziell abgesichert.

Titelbild: © der_chris87

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