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So oder so ähnlich könnten Werbeslogans für den Kauf-Nix-Tag am 26. November aussehen. Allerdings machen Geschäfte keine Werbung, die ihre Kunden zum Daheimbleiben animieren, denn das macht keinen Umsatz. Dementsprechend unbekannt ist dieser Aktionstag in Deutschland. Gemeinnützige Organisationen wie die Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen, kurz Attac, oder Greenpeace versuchen das zu ändern. Sie werben für den Tag, um auf die Missstände der Konsumgesellschaft aufmerksam zu machen.

 Von Luftverschmutzung und Kleiderleichen

60 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto von Industrie, Gewerbe und Handel“, informiert Attac. „5,2 Milliarden Kleidungsstücke liegen in deutschen Schränken, 40 Prozent davon werden selten oder nie getragen“, fügt Greenpeace hinzu. Erkenntnisse wie diese machen klar: Auf der Welt existiert vieles zu viel. Zu viele Abfälle, zu viel CO2, zu viel Ausbeutung. Das Gegenargument dazu lautet: Wer kauft, kurbelt die Wirtschaft an und schafft Arbeitsplätze. Denkste! Denn wohin fließt das Geld, und wie viel verdienen die Menschen, deren Arbeitsplätze dadurch geschaffen wurden? Wer die Antwort hat, darf sich gerne melden.

Durch das starke und allgegenwärtige Werben für Produkte weiß der Kunde nur eines: Er muss kaufen. Dabei neigt er, und das liegt in seiner Natur, zum Sammeln und zur Selbstbelohnung. Gerade in der Lebensmittelindustrie entstehen dadurch große Mengen an Abfall. „Über 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel landen in Deutschland pro Jahr in der Tonne“, verrät eine Studie der Umweltorganisation WWF aus dem Jahr 2015. Diese unnötig überflüssigen Lebensmittel kann man sich dann noch in eine Plastiktüte packen lassen und das Ganze direkt wegwerfen.

Der Einzelne hat Macht

Um den Alltagstrott zu durchbrechen, haben sich mittlerweile viele kleine Gruppierungen gebildet, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen und gegen die Verschwendung ankämpfen. So können beispielsweise nicht benötigte Lebensmittel in öffentlichen Kühlschränken oder Regalen verstaut und von anderen kostenfrei mit nach Hause genommen werden. Kleidertauschbörsen werden immer populärer und verhindern, dass ungeliebte Teile zu Mottenfutter verkommen. Und auch die Bundesregierung nimmt sich des Müllproblems an und hat 2016 veranlasst, dass Plastiktüten nicht mehr kostenlos herausgegeben werden dürfen.

Der Kauf-Nix-Tag soll das Bewusstsein dafür stärken, welche Auswirkungen der ständige Konsum hat. Wer nur einen Tag lang kein Geld ausgibt, bemerkt erst einmal, wie viel sonst unbemerkt aus der Tasche verschwindet. 5,70 Euro für Kaffee und ein belegtes Brötchen am Morgen, 7 Euro für Pizza und Apfelsaftschorle beim Mittagstisch und 1 Euro für den Schokoriegel zum Stressabbau. An fünf Arbeitstagen in der Woche macht das in diesem Beispiel 68,50 Euro. Diese Summe auf dem Konto oder richtig angelegt kann mehr als nur zeitweise sattmachen. Einfach mal einen Tag aufs Einkaufen verzichten und etwas für die Umwelt und den Geldbeutel tun – vielleicht ein Exempel auf dem Weg in eine fürsorglichere Welt.

Titelbild: ©Vlada Z/Fotolia