Urlaub: Sonne genießen, um die Häuser ziehen und das möglichst bargeldlos. Kreditkarten ersparen Urlaubern den aufwendigen Bargeldwechsel. “Die Freiheit nehm’ ich mir”: immer und überall flüssig, auch über die Landesgrenzen hinaus. Anbieter wie VISA und Mastercard bieten noch mehr Freiheit an, Zusatzleistungen wie eine Reiserücktritts- oder abbruchsversicherung. Wer dies in Anspruch nimmt, geht nicht davon aus, dass der Versicherungsschutz begrenzt ist. Weit gefehlt.

Umfassender Schutz: weit gefehlt!

Was viele Urlauber nicht einmal wissen: Sie sind über ihre Kreditkarte gegen unerwarteten Reiseabbruch abgesichert. Doch das Reisebüros am Zusatzgeschäft Reiseversicherungen gut verdienen, bieten sie Versicherungsschutz mit jeder Buchung an. Das Ergebnis: Wer mehrfach im Jahr eine Reise bucht, ist zwei- bis dreifach überversichert. Denn die Versicherungen laufen meist ein ganzes Jahr. Doch die andere Seite ist: Auch der Versicherungsschutz per Kreditkarte reicht oftmals nicht aus und ist auf das beschränkt, was man damit bezahlt.

Die leidvolle Erfahrung musste ein Ehepaar aus Deutschland machen. Laut Stiftung Warentest  hat ihre Reise nach Nepal knapp 5.000 Euro gekostet, mit Vollpension, Traumhotel und Ayurvedakur. Nach einer Woche ging es für die beiden allerdings wieder zurück. Der Grund: ein unerwarteter Todesfall in der Familie. Der Versicherer erstattete zwar den Flug, auf den restlichen Urlaubskosten für Hotel und Wandertouren von über 2.000 Euro blieb das Paar allerdings sitzen. Die Krux liegt im Detail. Das Ehepaar hatte nur den Flug per Kreditkarte gezahlt, den Rest der Buchungen aber vom Reisebüro abbuchen lassen.

Dein Geld kann mehr

Sind die Kosten für den Urlaub über die Reiseabbruchversicherung des Kreditkartenanbieters nur unzureichend gedeckt, bieten separate Reiseabbruch- und Reiserücktrittsversicherungen immer noch den besten Schutz, sagt auch Stiftung Warentest. Vergleichen ist dabei das A und O. Zum Vergleichsrechner geht es hier entlang:

Reiseabbruch

Vorsicht ist ebenfalls bei Haupt- und Partnerkarten geboten. Denn wenn die Reise für zwei über eine Karte gebucht ist, ist auch nur einer der beiden gegen Reiseabbruch versichert. Der andere muss fliegen – oder zahlen. Dazu ein Leser-Kommentar aus den Netz:

Ich selbst habe die ADAC-Goldkarte, meine Frau die entsprechende Partnerkarte – alles abgerechnet über EIN Kreditkartenkonto. Bislang bin ich davon ausgegangen, dass es egal ist, mit welcher der beiden Karten ich z. B. einen Flug für meine Frau buche. Weit gefehlt! Habe heute die telefonische Auskunft erhalten, dass bei alleiniger Reise meiner Frau die Reise auch nur mit IHRER Partnerkarte bezahlt werden darf, nicht mit der über das gleiche Konto abgerechneten Hauptkarte.

Titelbild: (c) Aliaksei

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