Die Volksrepublik mauert. Ein Szenario, vor dem sich ausländische Unternehmen gefürchtet haben, ist eingetreten: China sperrt ab sofort die Gewinne europäischer Firmen. In der gesamten Volksrepublik haben chinesische Banken Dividendenzahlungen eingefroren. Die Folge: Europäische Konzerne bekommen ihr Geld nicht mehr aus dem Land.

Bis vor Kurzem gehörte es noch zur gängigen Praxis, dass ausländische Firmen Dividenden ausschütteten, um ihre Gewinne nach Europa zu transferieren. Statt wie bisher sollen laut Verordnung der chinesischen Devisenbehörde in Shanghai Dividendenzahlungen nicht mehr von Guthabenkonten, sondern von Kapitalkonten bezahlt werden. Die Obergrenze von Kapitalkonten wurde drastisch gesenkt: von 50 auf 5 Millionen Dollar. Unternehmen, die hofften, größere Summen stückeln zu können, wurden bereits von der EU-Kammer eines Besseren belehrt. Dividenden-Zahlungen sind in ihrer Anzahl und in Bezug auf den Stichtag der Tätigung, festgelegt.

Grund für die verschärften Devisenkontrollen vonseiten der chinesischen Regierung ist die mittlerweile ausufernde Kapitalflucht aus dem eigenen Land. “Seit 2002 haben 1,6 Billionen Dollar die Volksrepublik verlassen”, so Christopher Balding, Ökonom an der Peking-Universität. Für den deutschen Botschafter Michael Claus ist dies der Höhepunkt des derzeit ausgeübten “ökonomischen Nationalismus”. Eine Form des Protektionismus, die bereits mit der Bevorzugung von einheimischen Unternehmen bei Ausschreibungen ihren Anfang nahm. Zuletzt wurde ausländischen Autobauern sogar eine verbindliche Quote für Elektrofahrzeuge auferlegt. Mehr dazu auf sueddeutsche.de.

Titelbild: ©amadeustx/Fotolia

Ihre Meinung zu diesem Beitrag?

Please enter your comment!
Please enter your name here