Oans, zwo, drei – die Wiesn ist vorbei! Das jährliche Spektakel der Landeshauptstadt fand dieses Jahr zum ersten Mal seit 1948 nicht statt. Kein Grund für die Münchner, es nicht doch auf andere Art und Weise zu feiern. Wiesn Dahoam, Ersatz-Wiesn oder diverse Privatfeten, der Spaß blieb trotz Verhaltensregeln nicht aus. Spaßig sind auch diese fünf kuriosen Wiesn-Facts, die übrigens perfekt zum Angeben oder einen Small-Talk bei der nächsten After-Wiesn-Veranstaltung sind!

Holz vor der Hütte: Sie hat die Größten

Nirgends auf der Welt gibt es so viele prall gefüllte Dekolletés zu bewundern, wie auf dem größten Volksfest der Welt. „Die größten“ kann aber nur eine haben: Die Bavaria besticht alle Dirndl-Trägerinnen mit einer unangefochtenen Körbchengröße von ZZZZ. Da kann keine mithalten! Die weltliche Patronin Bayerns misst übrigens 18 Meter und ist aus Bronze gegossen. Die Bavaria ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Münchens, unter ihren Augen findet das jährliche Oktoberfest statt. In ihrer linken Hand hält die Bavaria einen Eichenkranz. Damit ehrt sie diejenigen, deren Büsten in der Ruhmenshalle ausgestellt sind. In der rechen Hand hält sie ein Schwert, welches die Wehrhaftigkeit Bayerns gegen Feinde von außerhalb darstellen soll. Übrigens: Im Kopf der Bavaria befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus man einen einzigartigen Blick über die Theresienwiese hat.

Ein teurer Prosit: Maßbierpreise seit 1900

Jedes Jahr stellt sich dieselbe Frage: Was kostet die Maß Bier auf dem Oktoberfest? 2019 betrug der Bierpreis auf dem Oktoberfest zwischen 10,80 Euro und 15,90 Euro. Sehen wir aber mal bis zum Jahr 1900 zurück, dann gab es damals noch ganz andere Preise für den Liter Bier. Im Jahr 1900 betrag dieser nämlich 35 Kreuzer – klingt wenig, war aber für damalige Zeiten ein sehr hoher Preis. Der heutige Materialwert für 35 Kreuzer mit reinem Silber wären circa 83 Euro. In den 50er Jahren kostete das Maß Bier dann 1,60 DM, was in etwa 0,82 Euro entspricht. Bis zum Ende der DM im Jahr 2001 kostete der Liter dann 12,30 DM und wurde 2002 mit 6,40 Euro weitergeführt.
Interessant zu wissen ist auch, dass der Bierpreis nicht von der Landeshauptstadt festgelegt wird, sondern die Gastronomen bestimmen wie viel die Maß kosten soll. Die Stadt überprüft die Preise jedoch auf Angemessenheit.

Jetzt wird’s heiß: Temperaturunterschied Oktoberfest zur Stadtmitte

Auf der Wiesn wird nicht nur im Festzelt ordentlich eingeheizt. Das Klima auf dem Festgelände könnte man fast tropisch nennen. Denn dort kann es bis zu zehn Grad wärmer sein als sonst in der Stadt, und die Luftfeuchtigkeit liegt ein Drittel höher, wie der Bonner Meteorologe Karsten Brandt bei Messungen herausfand. Zu zwei Dritteln heize die Masse von bis zu 350.000 Gästen am Tag selbst das Klima auf. Aber auch die vielen Fahrgeschäfte und Kühlanlagen auf der Theresienwiese gäben laut dem Meteorologen Jan Schenk Wärme ab.

Ganz schön standhaft: Oins, zwo, zehn – gsuffa!

Der Begriff „Brand“ wird hier ganz neu definiert, denn der Bierdurst zweier Herren aus dem Jahr 1901 verblüfft heute noch. I. und M. Hager bekamen damals in der Bierbude Lang ein Diplom für das Trinken von zehn Maß verliehen. Zehn Liter Bier ist nicht ohne finden wir – das hat einen Eintrag in die kuriosen Wiesn Facts verdient!

O’zapft is!: Rekordanstich der Oberbürgermeister

Der Anstich, also das Öffnen des ersten Bierfasses auf der Wiesn, ist erst seit 1950 Tradition. Als Meister dieses Fachs hat sich der Oberbürgermeister Dieter Reiter hervorgetan, denn bis auf seinen ersten Anstich schaffte er seither jedes Mal das Bestergebnis von nur zwei Schlägen. Nur sein Vorgänger Christian Ude machte bis 2014 am Fass eine ähnlich gute Figur.

Weniger glücklich ging es derweil beim Gründer der Tradition, dem Oberbürgermeister Thomas Wimmer im Jahr 1950 zu. Es dauerte ganze 19 Schläge bis beim beliebten Oberhaupt das flüssige Gold aus dem Fass kam und O’zapft war. Fairerweise gibt aber auch Peter Schottenhamel, Wirt des Schottenhammel Zelts in vierter Generation: „Anders als die Oberbürgermeister, die nach ihm kamen, hat er ja auch nicht üben können“.

Titelbild: © Dagmar Breu/stock.adobe.com

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