I just said to Matt [Damon], ‘Losing would suck and winning would be really scary.’ And it’s really, really scary!

 Ben Affleck, Best Original Screenplay mit Matt Damon, Good Will Hunting, 1997

Brad Pitt steht in Flammen und Angelina wischt sich ihre angeschmorten Haare aus dem Gesicht. Sharon Stone sucht hysterisch nach ihrem linken Schuh und Al Pacino schneidet Harrison Ford aus seinem blutgetränkten Anzug heraus.

Was wäre, wenn die Oscars im Chaos enden und die halbe Hollywood-Prominenz das Zeitliche segnet? Ein Horrorszenario in der amerikanischen Film-Geschichte ohnegleichen. Der filmisch-kulturelle Super-Gau. Eine humanitäre Katastrophe, deren finanzieller Schaden gigantische Ausmaße annehmen würde. Mit der Veranstaltungshaftpflicht lassen sich hierzulande zumindest die Folgekosten in Grenzen halten.

Und plötzlich brannte es lichterloh

Katastrophen sind unvorhersehbar. Wo viele Menschen aufeinander treffen um ausgelassen zu feiern, ist das Schaden- und Unfallrisiko besonders hoch. Für Schäden wird der Veranstalter mit seinem gesamten Vermögen haftbar gemacht. Die Folge sind Umsatzeinbußen, die sich unter Umständen geschäftsschädigend auswirken können. Die private Haftpflicht greift in diesem Fall und auch bei kleineren Veranstaltungen wie Partys oder Ausstellungen nicht mehr.

Panik machte sich breit

Ein erschreckendes Beispiel, dass sich mahnend in die Erinnerung der Deutschen eingebrannt hat: Die Loveparade 2010 in Duisburg. Sie endete in einer Massenpanik, bei der 21 Menschen starben und 541 Besucher verletzt wurden. Der Veranstalter hatte zwar eine Veranstaltungshaftpflicht abgeschlossen, die Deckungssumme betrug allerdings nur 7,5 Millionen Euro. Folgekosten für Pflege oder Schmerzensgeld, die über die Deckungssumme hinausgingen, musste der Veranstalter selbst tragen. Nach Aussage von Experten sollte die Deckungssumme nie unter zwei Millionen Euro liegen. Sie sollte gemessen an der Besucheranzahl immer so hoch wie möglich angesetzt werden. Ein Beispiel für die Prämienberechnung:

©transparent-beraten.de

Penelope Cruz reißt Salma Hayek im Affekt das Collier vom Leib

Das Collier, das eben noch den zierlichen Hals von Salma Hayek schmückte, liegt nun in allen Einzelteilen auf dem Boden zerstreut. Ein vereinzeltes Glitzern und Funkeln gibt der Veranstaltung inmitten der Rauchschwaden zumindest einen Funken Glamour zurück. Doch wer zahlt das zerstörte Schmuckstück? Nicht der Veranstalter.

Zum Leistungskatalog der Veranstaltungshaftpflicht gehört auch eine Rechtschutzversicherung. Diese prüft, ob die Ansprüche der Gäste rechtskonform sind. Haben sich diese untereinander einen Schaden zugefügt, ist der Veranstalter nicht haftbar zu machen. Die Versicherungshaftpflicht deckt nur Sachschäden, Personen- und Vermögensschäden, die in direktem Zusammenhang mit der Veranstaltung stehen. Wie zum Beispiel der verlorene Schuh von Sharon Stone. Die Veranstaltungshaftpflicht gilt ebenso vor und nach der Veranstaltung:

  • Vorbereitung
  • die Dauer des Events
  • Abbau und Nachbereitung

Wer zahlt, wenn das Event abgesagt werden muss? Das zeigt das Beispiel Rock am Ring 2016.

Titelbild: Peter Denz und Richard Dreyfuss, Oscar-Verleihung 1996/ ©Von Denz – Eigenes Werk, CC BY 3.0

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