Mehr als ein Drittel aller frischgebackenen Väter geht heute in Elternzeit. Noch vor neun Jahren, und damit gleichsam vor Einführung des Elterngeldes, waren es gerade einmal 3,5 Prozent. Dieser neue Trend des beruflichen Ausstands wirkt sich auf die Altersvorsorge der Papas aus. Aber wie lange darf man(n) sich eine Auszeit nehmen, welche Leistungen stehen Eltern zu und wie können sie vorsorgen?

Elterngeld kann beantragt werden, wenn Eltern ihre Kinder in erster Linie selbst betreuen wollen und ihre Karriere beziehungsweise die beruflichen Pläne zurückstellen. Auf diese Weise werden Kindererziehung und Hausarbeit auch ökonomisch Wert beigemessen. Menschen ganz ohne eigenes Erwerbseinkommen, wie etwa Studierende oder als arbeitssuchend Gemeldete, können in der Regel fest mit einem vom Einkommen unabhängigem Mindestsatz von 300 Euro rechnen.

Die Antragsstellung funktioniert zunächst über eine regionale Elterngeldstelle. Diese ermittelt die Beitragshöhe anhand des Nettoeinkommens des betreuenden Elternteils. Der Mindestsatz beträgt, wie eingangs erwähnt, 300 Euro, der Höchstsatz 1.800 Euro pro Monat. Der einfachste Weg, die individuell zustehende Summe zu berechnen, ist der Elterngeldrechner. Dieser ermöglicht zudem einen Blick auf die langfristige Bezugsentwicklung. Er schafft auch Klarheiten über potentielle Kombinationsmöglichkeiten mit ElterngeldPlus oder Partnerschaftsbonus.

Nur ein Elternteil hat Anspruch auf Bezüge

Elternzeit wird anspruchsberechtigten Paaren maximal vierzehn Monate am Stück in voller Höhe finanziert. Mit ElterngeldPlus haben sie die Möglichkeit, jeden Beitragsmonat zu verdoppeln, bei gleichzeitiger Halbierung der finanziellen Leistung. Nach spätestens vierzehn Monaten bei voller Auszahlung oder 28 Monaten mit halbierter Leistung endet die Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Eltern ist es jedoch darüber hinaus völlig freigestellt, bereits vorher wieder beruflich aktiv zu werden.

Jedes Elternteil entscheidet also individuell über die Länge der Auszeit. Nach wie vor ist jedoch ein geschlechtsabhängiger Trend zu verzeichnen: Männer gehen sehr viel schneller wieder arbeiten als Frauen. Im Jahr 2012 erhob das Statistische Bundesamt geschlechtsbezogene Daten und konstatierte: Knapp 80 Prozent der Männer steigen schon nach rund zwei Monaten wieder voll ins Berufsleben ein. Bei den Frauen treten über 90 Prozent den gleichen Schritt erst nach rund einem Jahr an. Hinzu kommt: Nur ein Elternteil darf die Bezüge in Anspruch nehmen. Entschließen sich beide, gemeinsam die Kindererziehung zu übernehmen, hat grundsätzlich die Mutter einen Anspruch auf Elternzeit. Andernfalls ist eine übereinstimmende Erklärung notwendig.

Was passiert mit Riester und Rente?

Betreuung und Erziehung von Kindern können sich in einer Höhe von bis zu drei Jahren pro Sprössling auf die gesetzliche Rente angerechnet werden lassen. Dies gilt übrigens auch dann, wenn bereits nach zwölf Monaten wieder eine Beschäftigung aufgenommen wurde. Auf Riester hat die Elternzeit zunächst keine Auswirkungen, sofern der Mindesteigenbetrag weiterhin gezahlt wird. Dieser ist dann im ersten Jahr nach der Elternzeit etwas niedriger, da die Monatsbeiträge der Babypause regulär als Vorjahreseinkommen anerkannt werden. Die Kindeszulage greift jedoch wiederum jeweils nur für ein Elternteil und regulär für die Mutter. Für Väter gelten befristete Sonderregelungen.

Risikofälle absichern!

Eine Berufsunfähigkeits- sowie Risikolebensversicherung sollten für den Hauptverdiener oder die Hauptverdienerin einer jungen Familien zum Standard gehören. Mit Zuwachs von Geschwistern, können die Policen bestehender Verträge bei vielen Assekuranzen bereits ohne eine erneute Gesundheitsprüfung angehoben werden. Als Faustregel gilt: Keine Sorgen braucht sich machen, wer mindestens das Fünffache seines Nettojahreseinkommens versichern lässt. Beiträge einer BU-Rente sollten im Idealfall nicht unter 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens fallen.

Titelbild: © Monkey Business

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