Die dänische Regierung wird ab 2022 das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre anheben, acht Jahre früher als in Deutschland. Um der demografischen Probleme Herr zu werden, hat das Nachbarland beschlossen, seine Volksrente auf eine Rentendauer von durchschnittlich 15 Jahren zu begrenzen. Als Maßstab herangezogen werde nach Aussage des Focus die allgemeine Lebenserwartung der Dänen.

Doch diese ist – der technischen Entwicklung sei dank – nicht statisch und passt sich dem stetig steigenden Lebensstandard an. So sollen zukünftig Rentengutachter alle fünf Jahre die Lebenserwartung der Dänen neu berechnen. 15 Jahr abgezogen und es ergibt sich ein neues Renteneintrittsalter. Entsprechend dieser Berechnungen müssen Dänen zum Beispiel ab 2040 bis 70 arbeiten. Bis 2100 sähe die Entwicklung dann wie folgt aus:

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Im Jahr 2100 müssten Dänen also bis 77,5 Jahren arbeiten. Aus heutiger Perspektive unvorstellbar. Deshalb sei an dieser Stell die Frage erlaubt: Welcher Arbeitgeber stellt Menschen mit fast 80 ein? Und wer macht das körperlich noch mit? Doch mit der neuen Gesetzgebung steht Dänemark nicht alleine da. Zehn europäische Länder haben bereits Gesetze beschlossen, die das Renteneintrittsalter in den nächsten Jahren allmählich über 67 Jahre hinausschieben. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hält die Idee schon mal für fragwürdig:

Ein Facharbeiter, eine Verkäuferin, eine Krankenschwester, eine Altenpflegerin halten das für eine bekloppte Idee. Ich auch. (Süddeutsche 22.08.16)

Titelbild: © slonme

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