Die Zukunft der Banken sieht in Zeiten der Nullzinsphase düster aus. Noch halten die Geldbeutel vieler Bankkunden für die ausbleibenden Renditen her. Kostenlose Girokonten, Filialen vor Ort und ausreichend Geldautomaten werden zur Mangelware. Viele Kunden suchen längst nach Alternativen. Egal ob Student, Beamter oder Familienvater – ohne Bank lebt es sich immer besser. Die Lösung? Fintech-Unternehmen, die häufig kostenlosen Geldtransfer und weiteren Service bieten.

Laut Statista ist die Anzahl der Kreditinstitute von 13.359 (im Jahr 1957) auf 1.990 (im Jahr 2014) zurückgegangen. Hinzu kommt, dass immer mehr Banken zusätzliche Gebühren, wie Kontoführungskosten sowie (höhere) Beträge für das Abheben am Geldautomaten berechnen und auch der EC-Karte wird eine Jahresgebühr auferlegt. In Zeiten, in denen vor allem kleinere Ortschaften ganz auf eine Bankfiliale verzichten müssen, wird das eigene Girokonto zur Belastung und schlägt bereits jetzt die Wohlhabendsten in die Flucht. Die suchen sich neue Möglichkeiten, um ihr Geld anzulegen und auszugeben. Aber wer bietet passende Alternativen? Fintech-Unternehmen. Start-ups, die via App neue und unkomplizierte Wege für den Geldtransfer, Investitionen und das Sparen anbieten.

Finovate-Konferenz in Silicon Valley

„Auf dem Markt für Zahlungsabwicklung wird nur noch über den Preis gekämpft. Und wir führen halt den ultimativen Preiskrieg: Wir bieten sie einfach kostenlos an.”

Andrey Morozov / Payment.ninja

Hier gSanJoseDowntownIMG016elf_wbeht der Preiskrieg in eine neue Runde. Kunden suchen sich allerdings keine günstigere Bank, wie es lange der Fall war. Heute lassen sich dank Digitalisierung und vieler kleiner Unternehmen Alternativen finden, die ohne Gebühren funktionieren und online sowie offline mit gutem Service überzeugen. Die Finovate-Konferenz im kalifornischen San José ist die weltweit wichtigste ihrer Art und bietet Start-ups wie Payment.ninja die passende Bühne, um ihre Null-Gebühren-Finanzpolitik publik zu machen. Der europäische Ableger FinovateEurope fand im Februar in London statt.

 

Paradebeispiel Payment.ninja

Mit dem Fintech-Unternehmen, das noch in diesem Jahr in den USA an den Start gehen will, lassen sich Zahlungen mit Kredit- oder Debitkarten, wie Mastercard, Visa oder Square tätigen. Händler profitieren von einer Kooperation, da Visa und Co. gewöhnlich bis zu 25 Prozent ihres Gewinns für sich in Anspruch nehmen. Eben deshalb verzichten gerade kleine Stores und Tante-Emma-Läden auf den Kartenservice und akzeptieren ausschließlich Bargeld. Bei Payment.ninja entfallen die Gebühren und Händler profitieren von einem weiteren Service. Die über die Abrechnung gesammelten Kundendaten werden für Vermarktungszwecke der Händlerwaren genutzt.

Laut Branchenverband Bitkom gibt es weltweit bereits 12.000 Fintechs, die ein Investitionsvolumen von mehreren Milliarden Euro vorweisen können. In Deutschland sollen rund 250 Fintech-Unternehmen den Kreditinstituten Konkurrenz machen. Im April fand die erste Europe Money 20/20-Messe in Kopenhagen statt, um neueste Bezahl- und Finanzdienstleistungen vorzustellen. Vorreiter ist die Money 20/20 in Las Vegas, die bereits seit mehreren Jahren als wichtige Anlaufstelle für die Fintech-Branche fungiert.

Wer dennoch auf ein Kreditinstitut seines Vertrauens baut, bekommt hier eine Übersicht über 30 Girokonten, inklusive Gebühren-Vergleich.

Titelbild: © Von Unbekannt „The 1857-10-31 issue of Harper’s Weekly“, Beitragsbild: © CC BY-SA 3.0

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