Die Welt hat 202 Billionen Euro Schulden. Laut dem Institute for International Finance sind das 325 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Und der Berg wird größer. Auch in Europa, wo der EU-Vertrag eine Schuldengrenze von 60 Prozent des Bruttoinlandprodukts festlegt. Deutschlands Schulden betragen aber 68,3 Prozent. Damit lag es im 3. Quartal 2016 im Vergleich zu den anderen EU-Staaten auf Platz 12. Am stärksten verschuldet: Griechenland.

Dramatisch verschlechtern könnte sich die Situation dann, wenn die Zinsen wieder steigen. Denn nur durch die aktuelle Zinspolitik der EZB bleiben viele Länder zahlungsfähig. Laut Focus häufen gerade die südeuopäischen Länder weiter Schulden an:

“Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre ultralockere Geldpolitik schon in naher Zukunft beenden – mit drastischen Konsequenzen für die Eurozone. Davor warnt die Bank of America in einer aktuellen Studie mit dem Titel „The day after the Euro“. Südeuropäische Länder wie Griechenland, Italien, Spanien oder auch Frankreich drohen demnach, an ihren hohen Schulden zu ersticken.”

Als Auslöser der nächsten Finanzkrise – die vielleicht, aber nicht unbedingt kommt – gelten dann auch folgende Risikofaktoren: Chinas Schulden, Italiens Schulden, Italiens faule Kredite und der “Drohende” Anstieg der Zinsen weltweit. Die aktuelle Schuldenuhr zeigt, welche Länder sich sekündlich weiter verschulden und welche Schulden abbauen – im Moment.

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Dein Geld kann mehr

Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist 2016 zum dritten Mal in Folge, und deutlicher als erwartet, angestiegen. Zum Stichtag 1. Oktober 2016 wurde für die gesamte Bundesrepublik eine Überschuldungsquote von 10,06 Prozent gemessen. Damit sind über 6,8 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Dies sind rund 131.000 Personen mehr als noch im letzten Jahr (+ 1,9 Prozent). Die Überschuldungsquote steigt deutlich an, obwohl die Bevölkerung spürbar zugenommen hat. Das stellt die Creditreform Deutschland in ihrem Schuldenatlas 2016 fest.

“(…) viele planen, mit dem Kredit andere Schulden zu bezahlen. Das ist alarmierend, denn dies ist der schnellste Weg, um dauerhaft in eine Verschuldungsspirale zu geraten. Aufklärung tut not! Sonst tappen die Betroffenen hier schnell in eine tiefe Schuldenfalle,” so Dr. Michael Schäfer, Geschäftsführer beim Forderungsmanager KRUK Deutschland, der die Schuldenwelten-Studie 2016 in Auftrag gegeben hat.

Wer selbst feststellt, dass die Ausgaben dauerhaft höher sind als die Einnahmen, sollte sich umgehend an eine Schuldnerberatung wenden. Diese wird oft von der Stadt, aber auch von sozialen Organisationen wie der Caritas oder der Arbeiterwohlfahrt angeboten. Leider gibt es für Privatpersonen kein ausgeklügeltes Rettungsprogramm oder:

Quod licet Iovi, non licet bovi: Was Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen (noch lange) nicht erlaubt.

Titelbild: © perfectlab/Fotolia

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