Der gesellschaftliche Druck steigt. Immer mehr Menschen lassen sich zu gefährlichen Aktionen für ein gelungenes Selfie verleiten. Nicht selten führt die Jagd nach schönen Erinnerungsfotos zu schweren Unfällen. Sogar Tode wurden bereits beim Selfie-Knipsen festgehalten. Einige Freizeitparks haben deswegen erste Selfie-Stick Verbote erlassen. Aber wer zahlt beim Selfie-Unfall?

Ein Selfie für den Grabstein?

Schöne und spektakuläre Fotos und Videoaufnahmen für sämtliche soziale Kanäle anzufertigen ist mittlerweile Pflicht. Vor allem Jugendliche gehen dabei große Risiken ein. Sie knipsen sich vor Klippen, auf Dächern oder befahrenen Bahngleisen. Laut der Axa Travel Assistance führte dies weltweit 2015 zu mindestens zwölf Todesopfern. Viele Selfie-Fans bringen sich selbst in Gefahr. So springt im August 2015 eine Elfjährige im baden-württembergischen Schwäbisch Hall, für ein Foto, von einer Brücke über den Fluss Kocher vier Meter in die Tiefe. Doch statt auf Sand landet das Mädchen auf Steinen und zieht sich eine schwere Rückenverletzung zu.

Selfietode / Quelle: Statista

Das kann ins Auge gehen

Im Yellowstone-Nationalpark in Wyoming (USA) kam es zu mehreren Bisonattacken. Mehrere Touristen posierten für Selfies zu dicht an den nordamerikanischen Wildrindern. Der rasante Anstieg von Selfie-Unfällen hat bereits zu ersten Präventivmaßnahmen geführt. So ist der Europa-Park Rust im Sommer 2015 dem Vorbild der Disney-Parks gefolgt und hat zumindest den Einsatz von Selfie-Sticks verboten, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.

Selfie-Unfall: Dumm aber ohne Vorsatz

Doch Urlauber müssen sich keine Sorgen machen, im Ernstfall auf den Kosten sitzenzubleiben oder mit den Unfallfolgen alleine gelassen zu werden. Nicht versichert sind in der Regel nur Unfälle, die Personen durch eine vorsätzlich ausgeführte oder versuchte Straftat zustoßen. Für die Lebensversicherungen gilt, dass der Versicherer grundsätzlich unabhängig von der Ursache des Versicherungsfalls leistet. Auch wer Selfie-Stick-Verbote missachtet und zu Schaden kommt, genießt trotzdem in der privaten Unfallversicherung Schutz. Das bestätigt der GDV. Anders sieht es übrigens bei gefährlichen Sportarten aus. Hierbei muss der Sportler damit rechnen, einen Zuschlag bei der privaten Unfallversicherung zu zahlen oder sogar in der Standardpolice gar keinen Schutz zu haben.

Titelbild: © yiucheung/ Fotolia.com 

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