Am 7. Dezember 2016 verkündete Amazon-Chef Jeff Bezos über Twitter den Durchbruch. Das Unternehmen lieferte in Großbritannien zum aller ersten Mal eine Kundenbestellung per vollautomatischer Drohne. Ein Mann aus Cambrige durfte sich über einen Fire-TV-Videostreaming-Stick und eine Tüte Popcorn freuen. Kindergarten – dachte sich DHL und kündigte an seinen Zielort für die Auslieferung von Paketen zu erweitern. Auf den Mond.

Mission Moonrake

Der Paket- und Brief-Express-Dienst kooperiert dabei mit dem US-amerikanischen Start-up Unternehmen Astrobotic, einer Ausgründung der Carnegie-Mellon-Universität. Der Schwerpunkt liegt auf dem Transport von Nutzlasten auf die Mondoberfläche, den Orbit sowie die Gegend um den Lacus Mortis.

Gemeinsam erarbeiten die beiden Unternehmen den „Peregrine Lunar Lander“. Das neue, 1,5 Meter hohe und 2,5 Meter breite Raumfahrzeug soll bis zu 260 Kilogramm Last mit sich führen können. Ein Kilogramm Last kostet stolze 1,2 Millionen US-Dollar. Inertiale Messeinheiten und Lidar-Radare unterstützen eine sichere und kollisionsfreie Landung in einem 100 Meter Radius des angegebenen Zielortes. Die simple und robuste Struktur des Fahrzeuges soll eine einfache Integration verschiedener Formen der Nutzlast ermöglichen. Konfigurierbare Decks sind speziell auf das Anbringen, die Montage und Platzierung ausgerichtet.

Die Avionik erreicht zuverlässig terrestrische Rechengeschwindigkeit. Die strahlungstolerante Elektronik und vier auftriebsdämpfenden Beine ermöglichen eine autonome Landung mit Präzision und Sicherheit in der anspruchsvollen Raumumgebung. Um die 100 Kunden sollen in der Schlange stehen, um ihre kostbare Fracht auf den Mond zu verschicken. Doch wie groß darf das Päckchen sein? Und wie viel Porto muss ich draufkleben?

„Bitte hier unterschreiben…“

Grundsätzlich lässt sich jeder Gegenstand, der in die ausgewählte Mondkapsel passt, verschicken. Dieser darf weder elektrische Energie verwenden, noch eine Stromquelle enthalten, Daten senden oder empfangen. Auch die Kapseln unterliegt Beschränkungen. Die sogenannte MoonBox ist stark limitiert in der Größe. Bei allen drei Varianten ist die Breitenangabe fix, die Höhe des Paketes lässt sich regulieren. Die kleinste MoonBox des DHL ist winzig. 1,27 x 0,32 Zentimeter misst die Kapsel für den moderaten Preis von 460 US-Dollar. Die größte Kapsel, 2,54 x 5,08 Zentimeter, dagegen hat den stolzen Preis von 25.800 Dollar. Als Gegenstände werden simple Kleinigkeiten wie Blütenblätter, Manschettenknöpfe, Ringe, Firmenlogos, Familienfotos, kleine Notizen, Abzeichen oder Aufnäher vorgeschlagen. Für das Geld keine leichte Wahl.

Der Transport in die Zukunft

Die Platzierung und generelle Auslieferung soll durch Video- und Fotoaufnahmen, die später der Kunde erhält, dokumentiert werden. Risikofrei ist ein solcher Transport mit einer Rakete nicht. Daher wird der Kunde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass im Falle einer gescheiterten Mission keine Geld-zurück-Garantie wirkt.

Zukünftig will der DHL zusammen mit Astrobotic mit kommerziellen Frachtflügen zum Mond Geld verdienen. Doch im Vordergrund werden weniger Privatkunden, sondern Forschungseinrichtungen, Universitäten, Regierungen und Großkonzerne stehen.

„Houston, wir haben keine Probleme…“

Zumindest die Ambitionen und Vorhaben sind astronomisch. Der Grund dafür könnten die guten Zahlen der Umsatzgewinne auf der Erde sein. Die Deutsche Post-Aktie verzeichnet einen Anstieg um 1,3 Prozent. Denn besonders der Online-Handel boomt gewaltig. Der Umsatz wuchs um gut vier Prozent auf 14,8 Milliarden Euro. Alleine in Deutschland beförderte der Konzern im zweiten Quartal 304 Millionen Pakete, 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Titelbild: © magann/ Fotolia.com

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