Laut einer Infas-Umfrage haben 43 Prozent der Deutschen noch nie etwas von Smart Home gehört. 35 Prozent kennen den Begriff, könnten aber nicht erklären, was sich dahinter verbirgt. Nur ein Prozent nutzt Smart Home Technologien in den eigenen vier Wänden. In einem Land, das auf technologischen Fortschritt und Innovation setzt, ist das erschreckend wenig.

Kann ein Haus intelligent sein?

Smart Home, das intelligente Zuhause – dahinter verbergen sich Geräte und Systeme, die bestimmte Situationen in den eigenen vier Wänden erkennen und mit denen sich auch von unterwegs aus bestimmte Prozesse steuern lassen. Die Vorteile sind Flexibilität, Sicherheit und eine bessere Wirtschaftlichkeit. Was den meisten wohl am ehesten in den Sinn kommt, ist der intelligente Kühlschrank, der eine Meldung aufs Smartphone oder Tablet sendet, wenn Milch, Butter oder andere Sachen fehlen. Vor Jahren wurde damit Werbung gemacht, und das ist vielleicht auch der Grund, warum sich Smart Home Technologien noch nicht durchgesetzt haben. Denn hochwertige und zum Teil auch teure Technologien zu installieren, nur um zu wissen, wann die Milch alle ist, davor scheuen sich viele. Dabei ist Smart Home so vielseitig und kann wirklich mehr, als Milchflaschen zählen und Meldungen versenden, wenn die Butter oder die Wurst alle ist.

Smartes Home

Hier einige Beispiele, wie die intelligenten Technologien eingesetzt werden können:

  • Automatisches Aktivieren der Alarmanlage beim Verlassen des Hauses
  • Schlüsselloser Zugang mit Fingerabdruck
  • Regensensoren an den Fenstern, die selbstständig schließen
  • Zentrales Aus- und Einschalten der Lampen im Haus, auch von unterwegs
  • Zentralspeicher für alle Computer, Tablets und Smartphones im Haus
  • Absetzen eines Notrufes bei Rauchentwicklung
  • Benachrichtigung bei Wassereinbruch im Keller
  • Sensoren an Fenstern und Türen, die unberechtigtes oder gewaltsames Eindringen melden

880 Millionen für Brandschäden

Smart Home Systeme bergen ein großes Potenzial, denn sie helfen, Schäden und Gefahren rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Nach Aussage der Versicherungswirtschaft e. V. wurden 2014 im Bereich der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung circa vier Milliarden Euro zur Schadensregulierung ausgegeben. Davon entfielen allein 880 Millionen auf Brand- und Feuerschäden, die vor allem in der Vorweihnachts- und Winterzeit stark zunehmen. Dem steht gegenüber, dass ein Drittel der Deutschen keine Rauchmelder besitzt. In den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien wurde das Potenzial von Smart Home Technologien bereits von der Versicherungswirtschaft erkannt. Hier gibt es für Versicherungsnehmer Rabatte, wenn diese über ein Smart Home System verfügen. Außerdem wird angeboten, dass entsprechende Systeme subventioniert werden.

Dein Geld kann mehr

Beim amerikanischen Versicherungskonzern State Farm erhalten Kunden zehn Prozent Rabatt bei den Verträgen „Lowe‘s Iris“ oder „ADT Pulse“. Der kanadische Anbieter Allstate Canada gibt sogar 25 Prozent Rabatt, wenn der Versicherungsnehmer das firmeneigene Angebot „Rogers Smart Home Monitoring“ in Anspruch nimmt. In Australien wird von der NRMA sogar ein eigener Gebäudeservice zur Verfügung gestellt. In Deutschland gibt es noch keine vergleichbaren Angebote, diese werden aber sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn die technologischen Voraussetzungen sind gegeben. Ähnlich wie beim „Pay As You Drive“-Tarif, bei dem der Autofahrer durch seine besonnene Fahrweise Rabatte bei der Versicherung erhalten kann, wird es dann auch Rabatte geben, wenn das Haus über eine intelligente Überwachung und Steuerung verfügt. Mögliche Einsatzgebiete sind schnell gefunden. Die folgende Liste gibt einen Überblick, welche Bereiche über Smart Home gesteuert und überwacht werden können:

  • Einbruchssicherung
  • verschiedene Rauchmelder
  • Heizanlage
  • Lüftungsanlage
  • Gebäudeüberwachung
  • Beleuchtung
  • Elektroinstallationen
  • Haushaltsgeräte
  • Sanitärinstallationen
  • Multimedia-Geräte
  • Klimaanlage
  • Energiemanagement
Titelbild: © maglara

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