Wer kennt sie nicht – die tollen und scheinbar supergünstigen Angebote, sein neues Smartphone gleich zusammen mit dem Kauf zu versichern. Das neueste Spielzeug ist ja oft teuer und die Wahrscheinlichkeit, dass es herunterfällt oder gestohlen wird, ziemlich hoch. Da scheint sich eine Versicherung zu lohnen. Dass dies ein Trugschluss ist, hat der Verbraucherschutz jetzt festgestellt.

77 Prozent aller Diebstähle werden nicht bezahlt

Im Auftrag des Marktwächters Finanzen hat das forsa-Institut bei einer Befragung festgestellt, dass Versicherungen vor allem bei Diebstahl nur äußerst selten zahlen. Denn damit das passiert, müssten die Besitzer ihre Geräte auch unterwegs sicher – so wie in den Versicherungsbedingungen vorgeschrieben – aufbewahren. Doch das tun die wenigsten. Nur 33 Prozent aller Smartphone-Besitzer, die ihr Gerät versichert haben, verwahren ihr Phone so nah am Körper, dass ein Diebstahl bemerkt würde. Das gute Stück in der Hand- oder Hosentasche aufzubewahren, gilt dagegen nicht.

Smartphone: Neuwert oder Zeitwert?

Die Verbraucherschützer monieren, dass es kaum ein Diebstahlsszenario gibt, dass durch die Versicherungen gedeckt sei. „Die Rechtsprechung verlangt, dass beispielsweise eine Handtasche mit einem Schloss gesichert werden muss, oder der Versicherte glaubhaft machen kann, dass seine Hand ständig auf der Tasche lag. Nur dann können Ansprüche geltend gemacht werden“, erläutert Sandra Klug, Leiterin des für Versicherungen zuständigen Marktwächter-Teams bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Sind diese Spezialversicherungen dann überhaupt sinnvoll? Die Verbraucherschützer meinen nein. Bei Raub oder Einbruchdiebstahl haftet sowieso die Hausratversicherung, die dann auch noch den Neuwert des Gerätes ersetzt – und nicht nur den Zeitwert.

Bild: © esthermm

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