Eigentlich ist die Sache für Online-Shopper ganz einfach. Hütchenspieler, zwielichtige Händler ohne Adresse und Auswahl der Bezahlmöglichkeiten und Webseiten, auf denen sprechende Elche Eure Bank-PIN und Kontodaten haben wollen – böse Betrüger.

Die Guten – Händler mit festem Unternehmenssitz, mit mehreren Auswahlmöglichkeiten der Bezahlung und Händler mit Bestätigungsmails. Oder doch nicht? Egal ob es um Kleidung, Technik, Lebensmittel oder Möbel geht, drei von vier Online-Einkäufern in Deutschland trauen sich zu, seriöse von unseriösen Online-Händlern zu unterscheiden. Wie?

Window-Shopper

Erkennen und verstehen ist bekanntlich der erste Schritt der Besserung. Und so erkennen sicher, laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom (1.200 Internetnutzern ab 14 Jahren), 15 Prozent der Befragten Fake-Shops im Netz. Auf Anhieb. 57 Prozent traut es sich zu. 21 Prozent sind sich unsicher, ob sie als Online-Shopper unseriöse Angebote gleich erkennen und lediglich zwei Prozent der Befragten ist sich sicher, keine zu erkennen.

Dabei scheint das Alter eine Wirkung auf die Selbsteinschätzung zu haben. Denn: Besonders sicher fühlen sich die unter 30-Jährigen. Sie lassen sich nicht täuschen. Nach eigener Aussage. Hier behaupten immer hin 82 Prozent, dass sie Fakes und Shop-Fallen entlarven. Die Fraktion 65 Plus ist dagegen verhaltener. Da fühlen sich nur noch 63 Prozent der Befragten im Stande, seriöse von unseriösen Online-Händlern zu unterscheiden.

„Online-Käufern sind Sicherheit und Qualität bei ihrem Kauf genauso wichtig wie Preis und Komfort. Anerkannte Gütesiegel etwa geben Kunden eine verlässliche Orientierung durch die Vielzahl an Online-Shops. Online-Händler profitieren deshalb davon, wenn sie sich zertifizieren lassen und dafür hochwertige Prüfsiegel für ihren Shop verwenden dürfen. Das steigert das Vertrauen der Kunden und den Umsatz“, sagt Julia Miosga, Bitkom-Handelsexpertin.

„Da geb‘ ich Dir Brief und Siegel drauf…“

Was unterscheidet nun einen digitalen Scharlatan von einem virtuellen Vorzeigehändler? Auf welche Kriterien solltest auch Du achten, um nicht in einer virtuellen Venus-Shoppingfalle zu landen:

1.) Gütesiegel

Tatsächlich achten darauf 60 Prozent beim Einkauf im Netz. Ein solches Siegel wie das des TÜVs oder des EHI erhöhen die Seriosität des Händlers und sind anerkannte Qualitätskriterien. Die Käufer mögen das.

2.) Online-Bewertungen

Der Klassiker unter den Faktoren ist die Bewertungsmöglichkeit des Produktes oder des Händlers selber. So auch für 60 Prozent der Online-Shopper. Bietet ein Händler die Option erst gar nicht an, ist Misstrauen angebracht.

3.) Möglichkeiten der Bezahlung

Das Produkt ist der Burner, der Preis – ein Schnäppchen und eigentlich ist der naive Online-Shopper drauf und dran zu kaufen. ABER: Die Auswahl der Bezahlung ermöglicht nur Vorkasse. Oder eine Sofortüberweisung. Spätestens da sollten die Alarmglocken läuten!

4.) Versand- und Rückversandkonditionen

Für 66 Prozent der Nutzer sind das Anzeichen eines seriösen Online-Angebotes. Werden dagegen Lieferfristen nicht mehr angegeben und taucht das Widerrufsrecht erst gar nicht auf? Hände weg!

5.) Impressum

Eine ungewöhnlicher aber kein dummer Schritt ist der Blick ins Impressum. Sofern vorhanden. So macht es zumindest jeder Zweite Online-Shopper (50 Prozent). Daraus wird auf Anhieb ersichtlich, welcher Händler hinter dem Angebot steckt.

Als weiteres Indiz für Seriosität dienen, zumindest 42 Prozent der Befragten Online-Shopper, Empfehlungen von Familien und Freunden. Ob unseriös oder seriös entscheiden 41 Prozent an der Produktpräsentation oder der Homepage. 39 Prozent legen Wert auf die Datenschutzerklärung. Für immerhin 29 Prozent zählt das Design der Webseite als Kriterium, 23 Prozent legen Wert auf das Ranking der Seite.

Du bist immer noch unschlüssig, ob das Angebot seriös oder unseriös ist, obwohl alle Kriterien erfüllt sind? Dann der letzte (ultimative) Tipp: In einen Laden gehen und dort kaufen.

Bild: © Romolo Tavani/ fotolia.com

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