Alle Jahre wieder erscheint ein dickes gelbes Buch – und nein, das Telefonbuch kehrt nicht plötzlich zurück. Auch dieses Jahr war es wieder soweit: Der neue Duden ist da – umfangreicher als je zuvor. Wir schlagen für Sie nach, was es Neues gibt.

Der Duden wird dicker

Alle drei bis fünf Jahre erscheint ein aktualisierter Duden. Am Mittwoch, dem 12.08., erschien die 28. Neuauflage des gelben Buches und löste damit die Version von 2017 ab. Auf insgesamt 1.296 Seiten lassen sich laut Spiegel 148.000 Stichwörter finden. Damit ist diese Ausgabe die umfangreichste seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 1880.

Topaktuelle Themen

3.000 Wörter sind in dieser Ausgabe neu hinzugekommen. Einige davon nutzte der Duden-Verlag für lustige Werbesprüche. Im Web findet man Sprüche wie: „Überall stolpert man über Elektroscooter, sogar hier“ und „Auch das noch: Mikroplastik im Duden gefunden“.

Aber nicht nur durch Social Media Kompetenz konnten die Redakteure beweisen, dass sie auf dem allerneusten Stand sind. Das Thema, das momentan die ganze Welt beschäftigt – die Corona-Pandemie – hat auch Auswirkungen auf den Rechtschreibduden. Reproduktionszahl, Ansteckungskette, Atemschutzmaske, Lockdown, DuSocial Distancing und der Übeltäter höchstpersönlich: Covid-19, können laut RP-Online ab sofort nachgeschlagen werden. Aber auch andere gesellschaftliche Themen haben es in das Buch geschafft. Unter anderem Begriffe wie Hatespeech, Klimanotstand, Fridays for Future, Alltagsrassismus oder Influencer und hypen.

Altes wird aussortiert

Das Auswahlverfahren für neue Wörter beginnt laut Duden im Computer. Komplexe Programme scannen das Internet nach neuen Wörter. „Häufen sich diese Wörter über einen längeren Zeitraum hinweg, werden sie zu Neuaufnahmekandidaten“, heißt es im Infovideo. Die Redaktion entscheidet dann darüber, ob ein neues Wort relevant und im allgemeinen Sprachgebrauch angekommen ist. Veraltete Begriffe, die nicht mehr genutzt werden, werden aussortiert. Für die neue Ausgabe entfernte die Redaktion 300 Worte, darunter etwa Jungfernkranz, Niethose, Fernsprechanschluss und Hackenporsche.

Obwohl die Deutschen den Duden quasi als die Bibel der Rechtschreibung betrachten und er in jedem Klassenzimmer auffindbar ist, gilt er nicht als verbindlich. Offizielle Instanz ist der Rat für deutsche Rechtschreibung.

Titelbild: © Salih/stock.adobe.com

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