Hello there. Was ist eigentlich ein Spotify?

Im Grunde handelt es sich um einen Streaming-Dienst, der Millionen von Hörern ihre Lieblingssongs zur Verfügung stellt. Ein Geschäftsmodell, das die Musikindustrie sowohl positiv als auch negativ prägt. Wir haben einen Blick auf Spotify geworfen.

299 Millionen Nutzer

Spotify existiert bereits seit 2006. Zwei Schweden namens Daniel Ek und Martin Lorentzon riefen das Unternehmen ins Leben. Das Geschäftsmodell ist denkbar simpel: Spotify erwirbt bei großen Musiklabels die Rechte an Musik und stellt sie über eine Desktop-Anwendung oder per App Millionen von Hörern zur Verfügung. Für Künstler bedeutet dieser Deal, dass sie für jedes einzelne Abspielen eines ihrer Songs Geld bekommen. Das Modell hat bis zum 29. Juli 2020 etwa 299 Millionen User auf der ganzen Welt überzeugt. Wie Spotify im aktuellen Quartalsbericht mitteilt, ist ihre Nutzergruppe zwischen dem zweiten Quartal 2019 und dem selben Zeitraum 2020 um 29 Prozent gewachsen. Mittlerweile ist Spotify an die Börse gegangen und laut Musicbusiness Worldwide etwa 31,5 Milliarden US-Dollar wert.

0,4 Cent pro Song

Der Wirtschaftswoche zufolge haben Künstler, sofern sie auf Spotify vertreten sind, finanziell vorerst vergleichsweise wenig Profit. Denn pro Stream erhalten sie gerade mal 0,4 Cent. Auf der anderen Seite aber hätten Spotify und andere Streaming-Dienste es geschafft, der illegalen Musikbeschaffung den Hahn abzudrehen. Streamingdienste haben das Potenzial, das Bedürfnis nach Auswahl und kleinteiligem Konsum zu stillen, zitiert die Wirtschaftswoche Jörg Heidemann, den Geschäftsführer des Verbands unabhängiger Musikunternehmen (VUT). Darüber hinaus sorge Spotify für eine bessere Promotion unbekannterer Bands sowie eine weltweite Verbreitung neuer Songs.

Der Millionenverlust

Allerdings hat Spotify ein großes Problem: So hoch die Einnahmen auch sind, der Konzern macht hohe Verluste. Das berichtet die Zeit. Einerseits wollen die Musik-Labels bezahlt werden, andererseits zahlt Spotify in Schweden vergleichsweise hohe Steuern. Im zweiten Quartal gab Spotify einen Betriebsverlust von 167 Millionen US-Dollar an. Der Konzern sucht eine Lösung. Und hat sie womöglich im Podcast gefunden.

Segel setzen in Richtung Podcast

Seit einiger Zeit verstärkt Spotify seine Bemühungen in Sachen Podcast. Im Frühjahr 2019 kaufte das Unternehmen die beiden Podcast-Netzwerke Gimlet und Anchor für 300 Millionen US-Dollar. Damals berichtete TechCrunch, dass die Spotify-Gründer in „Audio – nicht nur Musik“ die Zukunft des Unternehmens sähen. Auch der Einkauf des Star-Podcasters Joe Rogan für 100 Millionen Dollar sowie die Einführung immer weiterer exklusiver Podcasts sind Zeichen für diese Entwicklung.

Wer Lust auf Podcast hat, ist bei uns ebenfalls richtig: Regelmäßig erscheint bei uns in Kooperation mit dem Verein Zukunft für Finanzberatung e.V. der Branchentalk-Podcast. Reinhören lohnt sich! Weitere Informationen dazu gibt es auf unserem Blog.

Titelbild: © studiostoks/stock.adobe.com

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