In Deutschland ist das Geld ungleich verteilt. Der wirtschaftsstarke Süden verfügt insgesamt über mehr Vermögen als der einkommensschwächere Norden oder Osten. So sind hier auch die Sparvermögen am größten. Das ist auch auf das andere Verhältnis zum Sparen zurückzuführen, hat eine Studie gerade herausgefunden.

52 Prozent der Deutschen sparen jeden Monat Geld. Dabei liegen die Baden-Württemberger mit mehr als 54 Prozent Sparern an der Landessitte, die Berliner bilden mit weniger als 40 Prozent das sparmuffelige Schlusslicht. Hier ist auch der Anteil an Menschen, die gar nichs beiseite legen, am höchsten, nämlich 15,3 Prozent. Deutschlandweit heben im Durchschnitt 10,4 Prozent überhaupt kein Geld auf. Und das liegt nicht am niedrigen Einkommen, sondern ist eine Frage der Einstellung. Denn im einkommensschwachen Mecklenburg-Vorpommern spart fast jeder – hier liegt die Nichtsparerquote nur bei 7,3 Prozent.

Sparen ist nicht jedermanns Sache

Manche legen ihr Geld für das Alter und einen höheren Lebensstandard zurück, manche für den sprichwörtlichen Notgroschen: Die Motive sind höchst unterschiedlich. Klischeehaft ist sicher, dass sich die “Häuslebauer” aus Baden-Württemberg g auf den Hauskauf konzentrieren, die Hamburger dagegen ihr Gespartes gerne für Reisen ausgeben. 57,1 Prozent der Befragten im Stadtstaat geben an, dass Reisen für sie ein wesentlicher Lebensinhalt ist. Und sie sind auch sonst recht konsumfreudig, anders als der Osten der Republik, wo die Menschen ziemlich genau planen (müssen), wofür sie ihr Geld ausgeben.

Sparschwein – mon amour?

Nicht jeder, der spart, tut dies auch gerne. Es gibt Menschen, die damit grundsätzlich auf Kriegsfuß stehen, andere, die dem Thema offen und leidenschaftlich zugewandt sind und viele die zum Sparen eine eher rationale Beziehung haben. Besonders nüchtern sind die Sachsen: Hier betrachten 70,2 Prozent der Befragten ihre Beziehung zum Sparen als Zweckgemeinschaft. Dagegen vergleichen 34,3 Prozent der Thüringer ihr Verhältnis zum Sparen mit einer Liebesbeziehung. Der Anteil derjenigen, die damit auf Kriegsfuß stehen, ist in Mecklenburg-Vorpommern am größten. Dort bezeichnet immerhin fast jeder Zehnte (9,2 Prozent) seine Beziehung zum Sparen als Rosenkrieg.

Richtig sparen ist eine Kunst

Jeder zweite setzt in Deutschland noch aufs Sparbuch. Hessen und Bayern sind da etwas fortschrittlicher. Hier legen mehr Menschen ihr Erspartes auch in Tagesgeld, Wertpapieren und Fonds an. „Bundesweit ist festzustellen, dass der starke Fokus auf den Notgroschen als Sparmotiv zu einer Übergewichtung täglich verfügbarer Mittel führt. In Kombination mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis hat das zur Folge, dass die Deutschen mit ihrem Sparverhalten weit hinter ihren Möglichkeiten bleiben“, konstatiert Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Selbst da, wo sich zeitgemäße Sparformen mit wenig Risiko ausprobieren lassen, wird dies häufig nicht genutzt. Beispiel Vermögenswirksame Leistungen: Sie werden bundesweit nur von jedem Vierten genutzt.

„Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Form des vom Arbeitgeber geförderten Sparens ausgerechnet in den Ländern mit eher niedrigeren Sparleistungen unterrepräsentiert ist. Gerade dort sollten die Menschen über vermögenswirksame Leistungen ans regelmäßige Sparen herangeführt werden“, betont Reinke.

Das Prinzip Hoffnung

Die Deutschen tun nach Ansicht des genossenschaftlichen Fondsexperten insgesamt zu wenig für die Altersvorsorge. Auch hier steht der Osten Deutschlands hinter dem Westen zurück. Mecklenburg-Vorpommern bildet das Schlusslicht: Weniger als 20 Prozent der Einwohner sorgen privat für das Alter vor.

Titelbild: © oneinchpunch

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