Zur traurigen Realität des 21. Jahrhunderts gehört, dass weltweit immer wieder Akte des Terrors verübt werden. Ereignisse wie der 11. September 2001 oder die Anschläge in Paris und Brüssel entwickelten für die westliche Welt eine Symbolkraft, weil sie auf US-amerikanischem und europäischem Boden geschahen. Die Bürger spürten das volle Ausmaß politisierter Gewalt hautnah. Nach der Schockstarre der Trauer und nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Geschehen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene, mag es unpassend erscheinen darüber zu sprechen. Aber Terroranschläge verursachen auch immense finanzielle Schäden.

Terrorpools und steigende Nachfrage

Wer kommt auf für zerstörte Gebäude, lang- sowie kurzfristige Produktionsausfälle oder Schäden an Betriebsanlagen? Zunächst richtete eine Reihe von Ländern sogenannte Terrorpools ein, um im Notfall leisten zu können. Aufgrund der unverändert wachsenden Nachfrage setzen sich immer mehr Policen durch, die vor allem Unternehmen einen Versicherungsschutz gegen Terrorismus, Krieg und politische Gewalt anbieten.

In Deutschland etablierte sich nach 9/11 vor allem die EXTREMUS Versicherungs AG, die sich aus 16 namhaften, nationalen sowie internationalen Versicherungsgesellschaften zusammensetzt. Bei der Extremus erfolgt eine Prämiendeckung bis zu 20 Milliarden Euro, wobei im Schadensfall Versicherung beziehungsweise Versicherungswirtschaft und Staat in etwa gleichen Anteilen aufkommen.

Terrorversicherung als wachsender Zweig

Marktführer der Branche sind Lloyds of London. Für Deutschland ist das der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS). Laut eigenen Angaben lassen sich Unternehmen nicht nur gegen terroristische Anschläge, sondern vermehrt auch gegen die Folgen politischer Gewalt versichern. Je riskanter die politischen Umstände eines Landes eingeschätzt werden, desto höher ist die Prämie. Pragmatik trifft auf die ambivalenten Auswüchse der ökonomischen Globalisierung.

Die anhaltende Verlagerung von Produktionsprozessen in wirtschaftlich schwache Länder zugunsten der Kostenersparnis hat so beispielsweise zur Folge, dass Unternehmen zunehmend die Auswirkungen von Rebellionen beziehungsweise (Bürger-)Kriegen als “herkömmlichen” Risikofaktor mit einberechnen. Die spezialisierten Versicherer reagieren, indem sie weltweiten Deckungsschutz gewährleisten.

Die wachsende Anfrage bei allen Versicherern zeigt, Firmen sind international verstärkt darum bemüht, ihren Betrieb und ihre Produktionsanlagen finanziell weitgreifender zu schützen. Terroristische Gewalt und ihre ökonomischen Auswirkungen werden als Risiko immer präsenter. Das Angebot wird infolgedessen diverser, individueller, umfassender und leistet global.

Titelbild: © panaramka

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