Kater Coucou ist vor ein Auto gelaufen. Familien Merten – Mutter berufstätig, Vater in Elternzeit – ist geschockt, das geliebte Tier hat sich das Bein gebrochen. Zwei OPs und 600 Euro später scheint er auf dem Weg der Besserung, doch plötzlich lahmt er. Diagnose: die Hüfte ist durch. Eine weitere OP würde 1000 Euro kosten. Das kann sich Familie Merten nicht leisten. Was nun? Sie holen sich Rat beim Nachbarn, ebenfalls Katzenbesitzer, doch der fragt nur verwundert, ob sie für Coucou denn keine Krankenversicherung abgeschlossen hätten.

Teure Policen

Haustiere sind teuer, besonders, wenn sie krank werden. Deshalb bieten verschiedene Unternehmen inzwischen eine Haustier-Krankenversicherung an. Die Kosten richten sich nach Rasse, Größe und Alter des Tieres. Zwischen 129 Euro und 400 Euro im Jahr hätte Familie Merten für Kater Coucou ausgeben müssen, wobei Hauskatzen günstiger wegkommen als Tiere, die freilaufend sind. Bei Hunden liegt die Spanne zwischen 234 Euro und 775 Euro, wie Finanztest berichtet. Möglichst früh abschließen lohnt sich. Doch was die Policen jeweils abdecken, ist sehr unterschiedlich. Es lohnt sich, das Kleingedruckte, sprich die Versicherungsbedingungen, genau zu lesen.

Viele Leistungen nicht abgedeckt

Auch Tier-Krankenversicherungen decken viele Leistungen nicht ab, die aber für Haustiere sehr gängig sind. Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Entwurmung und Kastration werden meist nicht erstattet, wenn überhaupt nur bezuschusst. Fast alle Versicherungen fordern eine Selbstbeteiligung. Zudem wird oft nur der einfache Satz der Gebührenordnung für Tierärzte erstattet – Tierärzte verlangen aber bis zum Dreifachen. Alternativ zur allgemeinen Krankenversicherung gibt es die günstigere OP-Versicherung (ab 100 Euro für Katzen, ab 131 Euro für Hunde), die jedoch nur Eingriffe unter Vollnarkose abdeckt.

Tierhalter-Haftpflicht wichtiger als Krankenversicherung

Die Verbraucherzentrale rät von Krankenversicherungen für Tiere ab, sie würden sich nur in Ausnahmefällen lohnen. Deutlich wichtiger ist dagegen die Tierhalter-Haftpflichtversicherung gerade für Hundehalter. Denn diese sind, im Gegensatz zu Katzen, nicht in der allgemeinen Haftpflicht der Familie mitversichert. Ohne sie kann es teuer werden, wenn Bello den Postboten beißt oder auf die Straße läuft und einen Unfall verursacht. Dabei gilt: Die Versicherung greift nur, wenn den Tierhalter keine Schuld trifft.

Der Tierarzt der Familie Merten hat zugestimmt, dass die OP des geliebten Coucou in Raten abbezahlt werden darf. Das lassen aber bei weitem nicht alle Tierärzte zu. Auch wenn Familie Merten in Zukunft keine Krankenversicherung für den Kater abschließen und stattdessen selbst Geld für seine Gesundheit zurücklegen will, bleiben Tierarztkosten doch ziemlich unkalkulierbar. Daher gilt: Je jünger das Tier, desto lohnenswerter die Tierkrankenversicherung. Denn da sind die Beiträge noch sehr niedrig.

Titelbild: © dimmitrius

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