„Versprich den Menschen einen Gewinn, so laufen sie zu dir…“
Zhuangzi, chinesischer Philosoph und Mitbegründer des Daoismus.

Und obwohl der Gewinn lockt, funktioniert es noch besser mit Exklusivität. Im Netz neuerdings mit Token. Die Firma Brave Software hat alleine mit dem Versprechen eigener Kryptowährung-Tokens und dem ICO, einer Art Crowdfunding-System, innerhalb von 30 Sekunden ganze 35 Millionen US-Dollar eingesammelt. Wie funktioniert diese ICO? Und lohnt sich bei derartigen Zukunftsaussichten eine Investition in Start-ups mit eigener Kryptowährung?

Das Runde im Netz

Den Stein des Anstoßes lieferte 2009 Bitcoin. Eine digitale Währung, die ohne Banken funktioniert. Transaktionen verwalten alle beteiligten Computer dezentral mit Hilfe der Blockchain-Technologie. Die Erfinder der digitalen Münze träumten, dass Geldschöpfung nicht länger von Staat und Zentralbanken abhängig sei. Obwohl die Kryptowährung zunächst niemand ernst nahm, zeigen die jüngsten Entwicklungen und Kurssprünge, ein Bitcoin entspricht 4.000 US-Dollar, das steigende Interesse. In informierten Kreisen wird nun heftig diskutiert, ob man besser in Bitcoin, Ether, Peercoin oder Ripple investieren soll. Der letzte Trend rund um die virtuellen Währungen sind ICO’s.

Versprechen im Voraus

Bei dem Finanzierungsmodell ICO (Initial Coin Offering) bieten Firmen unternehmenseigene Kryptowährungen in Gegenzug zur Finanzierung durch bereits existierende Kryptowährungen in ihr Projekt an. Diese Währung wird als Token bezeichnet. Diese Tokens sollen ihren Wert in den zukünftigen Produkten dieser Start-ups haben, dabei variiert die Funktion je nach ICO. Die möglichen Investoren erhalten in dem Fall die Möglichkeit, frühzeitig in eine Kryptowährung zu investieren, die eigentlich noch gar nicht verfügbar ist. Die Idee dahinter ist, dass, sobald diese Tokens einmal auf den Altcoin-Börsen aufschlagen, Investoren die Chance haben, sie mit Gewinn zu verkaufen.

30 Sekunden – 35 Millionen

So machte es auch Brave mit seinem Projekt eines Internet-Browsers. Der Hersteller will Content-Bereitsteller vergüten, indem Nutzer Kleinstbeträge, durch Micropayments, an den Betreiber spenden können. Der Browser bietet die Möglichkeit, ungewollte Anzeigen zu blockieren und soll durch die eingebauten Zahlungsfunktionen für eine faire Vergütung sorgen. Dadurch sollen Drittanbieter wie Werbenetzwerke ausgeschaltet werden. “Saubere” Werbeanzeigen sollen somit vom Nutzer belohnt werden. Außerdem blockiert Brave automatisch aufdringliche Werbung und Tracking-Tools. Investoren erhalten für ihre Einzahlungen die sogenannten Basic Attention Tokens (BAT). Einer der Investoren hatte 20.000 Ether investiert (nach aktuellem Kurs um die vier Millionen Euro).

Die Menge macht die Zukunft

Firmen, die auf diese Weise Kapital sammeln, umgehen Risikofaktoren wie Venture Capitalists oder Banken vollkommen. Der Effekt dieser Dezentralisierung erscheint ihnen immer vorteilhafter. Tokens können dazu eingesetzt werden, eine Community von Anfang an rund um eine Idee, ein Projekt oder ein Produkt aufzubauen. Plattformen wie kickstarter.com oder indiegogo unterstützen Ideen und Projekte aus allen Bereichen, wie Design, Fashion, Kunst, Film & Video, Nahrungsmittel oder Spiele.

Dein Geld kann mehr

Dass immer mehr Anleger darin eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit sehen, zeigt sich daran, dass alleine 2017 ungefähr 180 Millionen US-Dollar in verschiedene ICOs investiert wurden. Insgesamt soll es 65 ICOs geben, die rund 550 Millionen Dollar eingesammelt haben, sagen die Wirtschaftsanalysten von Smith & Crown. Auch in Berlin wird sich um die Start-up-Finanzierung mit Hilfe von Tokens gekümmert. Mit Neufund gibt es nun eine Plattform, über die Investoren Start-up-Anteile erwerben und handeln können. Und auch eine generelle Investition in Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Ripple, Litecoin und andere kann sich laut ICO Investorenupdate lohnen. Steigende Nachfrage lässt die Kurse steigen. Sollte das Projekt allerdings floppen, so sind die investierten Moneten und die damit einhergehenden Tokens weg.

Bild: © rcfotostock/Fotolia

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