Umgeknickt mit High Heels? Mit Stöckelschuhen zu einer Theatervorstellung zu gehen, ist elegant und stilvoll. Sich dabei zu verletzen nicht. Genau das ist einer Frau aus Marl passiert. Die Schuldfrage geht ihrer Meinung auf das Konto des Theaters und der löchrigen Gummimatte, in der sie hängen geblieben und folglich gestürzt ist. Steht ihr aus rechtlicher Sicht Schmerzensgeld und Schadenersatz zu und würde eine private Unfallversicherung in diesem Falle greifen?

Schadenersatz und Schmerzensgeld

Die Betroffene konnte danach weder arbeiten, geschweige denn Sport treiben und zog deshalb vor Gericht. Ihre Forderung: 2000 Euro Schadenersatz und fast das Doppelte an Schmerzensgeld. Das Landgericht Essen sowie das Oberlandesgericht in Hamm entschieden jedoch, dass die Klägerin die Schuld an ihrem Unfall selbst trägt. Ihrer Meinung nach habe die Stadt durch die löchrige Matte ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt. Die richterliche Antwort lautete jedoch, dass die Klägerin mit ihren 4,5 Zentimeter hohen Pumps selbst eine Gefahrenerhöhung herbeigeführt habe und somit zu einem angepassten Verhalten verpflichtet gewesen wäre. Nach Meinung beider Gerichte hätte sie durch das vorsichtige Überqueren die Schmutzfangmatte auch unfallfrei überwinden können.

Private Unfallversicherung

Auch der Versicherungsfall gestaltet sich mit High Heels eher schwierig. Sofern kein äußeres Hindernis nachweislich Schuld an dem Umknicken war, ist die Versicherung nicht verpflichtet, zu zahlen. High Heels oder Pumps stellen an sich bereits eine erhöhte Gefahr dar und begünstigen Stolperer und Verletzungen. Die falsche und unkontrollierte Bewegung an sich reicht nicht aus, um den Versicherungsfall herbeizuführen. Und selbst wenn im bereits genannten Fall der Schuh in einer Gummimatte hängen geblieben ist, wurde das Unglück eher durch die eigene Ungeschicklichkeit ausgelöst, als durch äußere Einflüsse.

Titelbild: © MoustacheGirl / Fotolia.com

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