Ein Streit unter Nachbarn ist ein häufiger Sachverhalt, mit denen sich die Gerichte beschäftigen müssen. Die Gemüter von Gartenbesitzern können sich stark erhitzen, wenn Zweige über den Gartenzaun auf das eigene Grundstück herüberhängen und die Beete oder den Rasen beschatten. Doch damit ist es nicht getan: Bäume, die nahe an der Grundstücksgrenze stehen, können noch für weitere Probleme sorgen.

Überhängende Zweige einfach absägen?

Ein Bäumchen wird gepflanzt, gehegt und gepflegt. Doch viele Baumarten werden im Laufe der Jahre zu stattlichen Riesen. Das bedenken viele Gartenbesitzer nicht, wenn sie in der Baumschule oder im Baumarkt ein Nadelgehölz oder einen Laubbaum erstehen. Während Nadelbäume in den meisten Fällen ihre Nadeln nicht abwerfen, sieht dies bei den Bäumen, die im Herbst ihr Laub verlieren, ganz anders aus. Laubfall, Zweige und Wurzeln, die vom eigenen Grund und Boden in das Nachbargrundstück hinüberwachsen, Schattenwurf und mögliche Sturmschäden sollten vor der Auswahl des Standortes für den neuen Baum bedacht werden.

Wie nahe ein Baum an die Grundstücksgrenze gesetzt werden darf, ist in den meisten Bundesländern durch das dort jeweils gültige Nachbarschaftsgesetz geregelt. Dort ist auch festgelegt, dass bei überhängenden Zweigen derjenige, den dies stört, zunächst seinen Nachbarn auffordern muss, damit dieser für Abhilfe sorgen kann. Wenn der Nachbar nicht reagiert, dann kann zur Säge gegriffen und das überhängende Geäst entfernt werden. Allerdings darf der Baum dabei nicht geschädigt werden, das Absägen muss fachgerecht vorgenommen werden. Ohne Einverständnis des Nachbarn darf niemals dessen Grundstück für die Entfernung von Ästen betreten werden! Wirft der Baum des Nachbarn zu viel Schatten auf das eigene Grundstück, kann eine Unterlassungsklage eingereicht werden, wenn sich die Parteien nicht gütlich einigen können. Die Klage wird jedoch nur Erfolg haben, wenn die Einschränkung durch den Schattenwurf „übermäßig“ ist.

Dein Geld kann mehr

Bei Stürmen können auch die eigenen Bäume durch herabstürzende Äste in der Nachbarschaft schwerwiegende Schäden am Gartenhaus, am Zaun oder sogar am Wohnhaus anrichten. Deshalb sollte  eine Sturmversicherung abgeschlossen werden, die diese Schäden übernimmt. Bei Zwistigkeiten wegen Schattenwurf, Laubfall und anderen nachbarschaftlichen Auseinandersetzungen deckt eine Rechtsschutzversicherung das finanzielle Risiko möglicher Rechtsstreitigkeiten ab.

Titelbild: © SusaZoom


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