„Поехали!“ („Pojechali!“), sprach am 12. April Juri Gagarin (Юрий Алексеевич Гагарин) und flog als erster Mensch ins All. „That’s one small step for a man, one giant leap for mankind“, sprach Neil Armstrong am 21. Juli 1969 und betrat als erster Mensch den Mond. Space Cowboys wie Elon Musk (SpaceX) und Richard Branson (Virgin Galactic), OHB Technology und andere Raumfahrtunternehmen übernehmen den Staffellauf. Mit astronomischen Ideen und Finanzierungen. Wie bald nehmen wir Billigflieger zum Mond?

Der Griff nach den Sternen

Vergessen sind Debatten um horrende Unkosten der Raumfahrt. Verdrängt die Rückschläge, Fehlstarts und Katastrophen. Der Entdeckerdrang und die Raumfahrerlust sind zurückgekehrt. Seit im Silicon Valley neue astrale Geschäftsideen auftauchen, formiert sich eine „New-Frontier-Bewegung“, die von der Idee der Kommerzialisierung des Kosmos kündet:

„Die Weltraumwirtschaft ist im Umbruch“, sagt Noah Poponak, Analyst bei der Investmentbank Goldman Sachs: „Wir erwarten, dass hier in den nächsten zwei Jahrzehnten ein Billionen-Dollar-Markt entsteht.“

Auch durch die deutsche Gesellschaft scheint seit 2014 ein Ruck gegangen zu sein. Das Interesse an der  Raumfahrt und der Weltraumthematik ist gestiegen. Die Ernennung Alexander Gersts zum Astronauten und sein Flug zur ISS haben positive Spuren hinterlassen.
Infografik: Deutsche sind der Raumfahrt gegenüber positiv gestimmt | Statista

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Privatunternehmen als Zugpferd

Angetrieben von Privatkapital und Wettbewerb, von visionären Unternehmern. „NewSpace-Bewegung“ heißt der Zusammenschluss privater Raumfahrtunternehmen. Ihre Mission: Zum Mond und Mars fliegen. Und auf dem Weg dorthin Gewinne generieren: mit Satellitenbildern, die Bauern helfen, Wasser zu sparen; mit Touristenflügen in die Schwerelosigkeit; mit Fabriken im Orbit. Und mittendrin die deutsche Industrie. Das Unternehmen SpaceX kündigte an, 2018 zwei Privatpersonen einen Rundflug um den Mond zu ermöglichen. Dies teilte Elon Musk, Unternehmensgründer von SpaceX, am 27. Februar in einer Pressekonferenz mit.

Jeder will ein Stück vom Kuchen

Deutsche Unternehmen mischen ebenfalls kräftig mit. Der Konzern Airbus Defense and Space (DS) in Taufkirchen bei München fertigt neue Antriebe für das NASA-Raumschiff Orion an. MT Aerospace in Augsburg Metallteile für die Raketen von Esa und NASA. Scisys in Bochum bietet Software zur Steuerung von Raummissionen an. Jena-Optronik in Jena ist großer Hersteller von Raumfahrtelektronik. Mit seinen Sensoren hat der Raumfrachter Cygnus vergangene Woche automatisch an die Raumstation ISS angedockt.

Laut dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie schlug die deutsche Raumfahrtbranche 2016 rund 2,9 Milliarden Euro um. Ein Plus von 17,3 Prozent zum Vorjahr.

Space Cowboys mit Raketen, Paketen und Raumstationen

Noch sind US-Unternehmen einen gewaltigen Schritt weiter und beherrschen den unendlichen Wirtschaftsbereich Weltraum. Kein Wunder, immense Summen werden auch in kleinere Projekte und Visionen investiert. Doch vor allem die CEOs großer Konzerne haben das Potenzial erkannt. Elon Musk, Chef des Autobauers Tesla und Gründer des US-Start-ups SpaceX, beliefert die Raumstation ISS und feuert im Zwei-Wochen-Takt Raketen ab. Amazon-Gründer Jeff Bezos will jährlich eine Milliarde Dollar in eine Riesenrakete stecken, die den Mond als Touristenziel erschließen soll. Microsoft-Gründer Paul Allen und Milliardär Richard Branson bauen Raumschiffe und Raketen.

Finanzspritze für Spaceshuttle

Private Raumfahrtunternehmen stehen auch wegen großzügigen staatlichen Geldspritzen gut da. Und weiter Subventionierungen sind geplant. Eine Investition in Raumfahrt-Aktien oder in Start-ups der Luft- und Raumfahrtthematik können sich auszahlen. Denn seit 2006 hat die NASA Aufträge von mehr als 16 Milliarden Dollar an Start-ups und Konzerne vergeben. Grund: Um mehr Wettbewerb, mehr Tempo, mehr Risiko und mehr Ideen zu konzipieren und produzieren. Auch die europäische Weltraumorganisation Esa treibt das Geschäft an. Das geplante Budget für 2017 beläuft sich auf 5,75 Milliarden Euro. Das Navigationssystem Galileo und das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus (hier ist insbesondere der Datenschatz wertvoll) sind nur zwei aussichtsreiche Projekte der Europäer.

Der Mann im Mond – greifbare Zukunft

Darüber hinaus bereiten die Raumfahrtagenturen Megamissionen vor, für die sie private Zulieferer benötigen. Die NASA, mit einem Budget von 19,5 Milliarden Dollar, will 2019 Menschen um den Mond fliegen. Die Esa möchte auf dem Trabanten ein Dorf errichten, am Raumfahrtzentrum in Köln entsteht bereits ein Testgelände. Und China baut an einer eigenen Raumstation, die vergangene Woche erstmals mit einem eigenen Cargo-Schiff beliefert wurde.

Quelle: statista.com
Bild: ©cherylholt/Pixabay

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