Bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter kamen im Harz in den letzten zwei Tagen vom Himmel. Vorgärten versinken in den Fluten, Autos laufen mit Wasser voll. Viele Straßen sind nur noch per Boot zu überqueren. Die verheerenden Unwetter der letzten Tage haben zu Sachschäden in Millionenhöhe geführt. Ist das Unwetter vorbei, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Herunterfallende Dachziegel können zum Beispiel auch im Nachhinein noch zu erheblichen Schäden führen.

Das ist zu tun!

Erste Hilfe: Sollte jemand verletzt worden sein, leisten Sie umgehend Erste Hilfe und rufen unverzüglich den Notruf unter der Nummer 112 an.

Dokumentieren: Kontrollieren Sie und halten Sie noch vor dem Aufräumen für die Versicherung genau fest, was beschädigt worden ist und versuchen Sie, sofern möglich, Folgeschäden zu vermeiden. Von den Versicherungen wird in der Regel verlangt, alle Schäden auf einer Liste zusammenzutragen.

Versicherung informieren: Nachdem alle Schäden erfasst worden sind, muss die Versicherung über den Fall sofot in Kenntnis gesetzt werden. Mit ihr wird dann unter anderem das weitere Vorgehen wie das Aufräumen besprochen. Notrufnummern der wichtigsten Versicherer finden Sie hier aufgeführt.

Elektrische Geräte: Diese sollten Sie nur in Betrieb nehmen, sofern Sie sich sicher sind, dass sie nicht feucht geworden sind. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät dazu Elektrogeräte besser von einem Fachmann überprüfen zu lassen.

Beschädigte Gebäude: Ist Ihr Haus stark beschädigt, so betreten Sie dieses aus Sicherheitsgründen nicht und warten, bis das Gebäude von Fachkräften freigegeben worden ist. Das gilt insbesondere im Falle einer starken Beschädigung des Daches. Von diesem sollten Sie sich weit genug entfernen, um nicht von herabstürzenden Ziegeln getroffen zu werden.

Überflutete Keller: Bei der Begehung eines überfluteten Kellers ist die Gefahr eines Stromschlags besonders hoch, wenn sich zum Beispiel der Sicherungskasten dort befindet. Ist dies der Fall, wird von einem vorzeitigen Betreten der Kellerräume abgeraten. Der Strom sollte vor dem Aufräumen zunächst unter fachmännischer Leitung durch die Feuerwehr abgestellt werden um einen möglichen Kurzschluss zu vermeiden.

Trocknen der Räume: Werden die von der Überschwemmung heimgesuchten Räumlichkeiten nicht für besondere Zwecke genutzt, als Sauna oder beispielsweise Hobbyraum, und besitzen diese keine zusätzliche Dämmung, so reicht es aus, die Räume auszuwischen. Es genügt zum Trocknen ein Trockengrät aus dem Baumarkt aufzustellen. Räume gelten als trocken, sobald das Hygrometer eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent anzeigt.

Gefährliche Substanzen: Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn gefährliche Substanzen oder beispielsweise Heizöl durch eine Überschwemmung ausgetreten sind. In diesem Fall muss umgehend die Feuerwehr verständigt werden.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat zu diesem Thema weitere Informationen sowie einen Ratgeber bereitgestellt: www.bbk.bund.de

Dein Geld kann mehr

EC- und Kreditkarten verloren: Ist durch das Unwetter auch die Geldbörse abhanden gekommen heißt es: Schnell handeln. Unter der Nummer 116 116 erreichen Betroffene zu jeder Tageszeit den Sperr-Notruf, ganz gleich bei welcher Bank der Geschädigte Kunde ist. Dieser Service ist auch als App verfügbar.

Bargeld und Schmuck: Bei Verlust von Wertsachen greift die Hausratversicherung, allerdings gelten feste Höchstwerte. Der Maximale Erstattungswert liegt bei Bargeld bei etwa 1.500 Euro, bei Schmuck beläuft sich dieser auf maximal 20.000 Euro. Die Werte sind allgemeine Durchschnittswerte und dienen lediglich zur Orientierung. Höhere Entschädigungen sind zu erwarten, wenn die Wertsachen im Tresor aufbewart wurden.

Titelbild: © highwaystarz

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