An den letzten Unwetterschäden werden Verbraucher und Versicherungen noch lange zu knabbern haben. Um den Eigentumsschäden wieder Herr zu werden und für die Zukunft besser vorsorgen zu können, bieten einige Förderbanken jetzt spezielle Darlehen und bauen bestehende Programme weiter aus. Das Bundesland NRW und spezielle Förderkredite für Landwirte stechen dabei besonders heraus.

Förderkredite in NRW

NRW schreitet mit positivem Beispiel voran. Gemeinsam mit dem Bauministerium (MBWSV) und der NRW Bank wurden zwei Förderkredite aufgestockt. Zum einen profitieren Unternehmen, die durch Unwetterschäden Ersatzinvestitionen leisten müssen. Hier greift das Förderdarlehen “NRW Bank Universalkredit“, der Mindestanlagebetrag liegt bei 10.000 Euro. Bei Unwetterschäden privater Hausbesitzer greift das Programm “NRW Bank Gebäudesanierung“, das über die jeweilige Hausbank abgewickelt wird. Dieses finanziert unter anderem Schäden an der Bausubstanz oder auch Heizungs- und Sanitärinstallationen. Hausratschäden lassen sich damit allerdings nicht abdecken. Die Mindestdarlehenssumme beginnt bei 2.500 Euro (zu einem effektiven Zinssatz von 0,8 Prozent und zehn Jahren Laufzeit).

In Bayern können sich Unwettergeschädigte zum Beispiel an die LfA Förderbank Bayern wenden.

Sonderkreditprogramm für Landwirte

Seit Anfang Juni 2016 hat die Landwirtschaftliche Rentenbank, Förderbank für die Agrarwirtschaft das Sonderkreditprogramm “Liquiditätssicherung” für unwettergeschädigte Landwirte eingerichtet. Wer ist Antragsberechtigt? Unternehmen aus Landwirtschaft, Garten- und Weinbau, die aufgrund der Unwetter aus dem laufenden Jahr Ertragseinbußen und/oder Kostensteigerungen von mindestens 30 Prozent gegenüber ihrer Hausbank nachweisen können, dürfen in Krisensituationen auf das Programm zurückgreifen. Außerdem sind Futterbau- und Veredelungsbetriebe, die zum Beispiel Liquiditätsbedarf für Grundfutterzukäufe sowie Landwirte, Garten- und Weinbauern antragsberechtigt, die durch die Trockenheit im Jahr 2015 mindestens 30 Prozent Ertragseinbußen verkraften müssen (befristet bis zum 30. Juni 2016).

Das Sonderkreditprogramm kann auch neben anderen öffentlichen Mitteln als Zuschüsse genutzt werden. Allerdings ist dabei auf die von der EU vorgegebenen Obergrenze zur Beihilfe zu achten, die nicht überschritten werden darf.

Titelbild: © Romolo Tavani

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