„Diese Generation verblödet nur noch, niemand liest mehr Bücher!“, so ein weitverbreitetes Vorurteil.

Smartphones statt Bücher, Internet statt Bolzplatz, Stroh statt Gehirn. Laut einer Befragung des Deutschen Institutes für Demoskopie Allensbach zur Häufigkeit des Lesens von Büchern, lasen im Jahr 2013 noch 11,7 Millionen Menschen “täglich”. 2017 waren es nur noch 9,25 Millionen. Dabei stieg die Anzahl derjenigen, die angaben „seltener, nicht jeden Monat“ zu lesen von 24,07 (2013) auf 27,96 (2017) Millionen Menschen an. Fatal? Keineswegs. Denn die Leserschaft ist nicht einfach verschwunden, sie hat sich abgesetzt. Ins Internet. Dort prasselt jedoch umso mehr Text und Lesbares auf sie ein. Die Folgen: Leseverdruss und Reizüberflutung. Und genau deswegen haben Videos im Marketing Hochkonjunktur. Was kommt am besten an? Hier ein Video-Tutorial (in Textform).

Es muss “menscheln”

Das Netz ist ein Schlachtfeld. Ein Kampf brennt, zwischen Text, Bild und Video. Das Ziel: Aufmerksamkeit. Emotionalität ist der Schlüssel zum Interesse der Menschen. Und das scheint das Bewegtbild im Zusammenspiel mit richtigem Content Marketing und Social Media begriffen zu haben. Laut einer Studie von fischerappelt ist Online-Video-Content für 97 Prozent der Befragten ein fester und wichtiger Bestandteil des Konsums im Internet. Und damit ein großes Potenzial für Unternehmen.

„Nur strategisches Content Marketing sorgt also für Gesprächsstoff, der bewegt – zum Click, zum Like, zum Share, zum Kauf, zur Berichterstattung, zum Wiederkommen, zur Kundenbindung. Und das digital, analog, national und international. Bewegtbild-Stories sind dabei die emotionalste und wirkungsvollste Kommunikationsform, um nachhaltig Aufmerksamkeit zu erlangen“, so Mirco Völker, Geschäftsführer von fischerAppelt, play zum Thema Creative Content Marketing gegenüber content-marketing.com.

Wieso, weshalb, warum?

Als perfekte Antwort auf die Frage, welche Videos gut ankommen. So haben 75 Prozent der Bewegtbildkonsumenten im Netz den Wunsch nach Unterhaltung. Auch Tutorials kommen mit praktischen Tipps, Tricks und Do-It-Yourself Videos mit Erklärungsfunktion (65 Prozent) hervorragend an. Grund: Klarer Mehrwert mit emotionaler Botschaft. Ebenfalls interessant: Männer springen öfter auf Videos an als Frauen. Sie sind deutlich resistenter gegen Videobotschaften. So gaben nur 23 Prozent der befragten Damen an, Branded Video Content zu konsumieren.

“Sie haben Ihr Ziel erreicht”

Welcher Content ist gefragt? Ganz klar, unterhaltsamer (73 Prozent) und lustiger (70 Prozent). Zwar ist das kein Geheimnis, doch der aktuelle HubSpot-Report „The Future of Content Marketing“ bestätigt es nochmal. Anders als möglicherweise angenommen, kommen Live Videos gar nicht gut an (24 Prozent). Ebenfalls unpopulär: Animierte Videos mit knapp ein Viertel der Stimmen. Es kommt eben doch auf die Emotionen an. So teilen sich untereinander inspirierende (47 Prozent) sowie informative (61 Prozent) Videos das Mittelfeld auf.

 

Bewegtbild Benefits

 

Einfache Kommunikation
„Der Weg des geringsten Widerstandes“ ist ein allzu menschliches Motto. Wir mögen es einfach, schnell, bequem und sicher. Und wir mögen Entertainment. Videoformate zielen auf eben diese Bedürfnisse ab. Videos vermitteln komplexe und komplizierte Sachverhalte schneller als das Wort.
Aktivierende Emotionen
Texte sind sachlich. Videos und Bewegtbild hingegen erzeugen emotionale Bindungen. Und eben durch jene Ansprache fühlt sich der Zuschauer persönlich abgeholt. Er versteht das Anliegen eines Angebotes besser und trifft deswegen schnellere Kaufentscheidungen.
Hoher Lerneffekt
Ein entscheidender Vorteil gegenüber von Texten: kognitive Breite. Sprich, die Mischung aus Bild (visuell), Ton (auditiv) sowie dem gesprochenen Wort und eingeblendeten Text findet gleich mehrere Sinne auf einmal. Diese Multimedialität sorgt für ein verbessertes Verständnis.
Angenehme Kürze
Information, kurz und kompakt. Leser sind dankbar, wenn sie bei der Informationsbeschaffung sparen können. Die Schmerzgrenze bei Online-Videos, je nach Formaten: zwei Minuten. Dabei geht es nicht darum, umfassende Informationen zu präsentieren, sondern die wichtigsten Aspekte eines Produktes, Services oder Unternehmens auf den Punkt zu bringen.
Internationale Ewigkeit
Dank Untertitel und Voice-Over lassen sich Videos für jedes Land anpassen. Das Unternehmen will international werden? Kein Problem. Filme und Videos können über Jahre hinweg vielseitig eingesetzt werden. Einmal produziert, oft verwendet.

 

Videos: Favorisierte Formate im Netz

8. Tutorial

Dank audiovisueller Darbietung können solche Videos komplexe technologische Zusammenhänge oder komplizierte Sachverhalte in Geschichten verpacken. Erklärfilme werden als Produkteinstieg auf Webseiten, zur Unterstützung im Verkaufsgespräch oder am Messestand eingesetzt. Auch eignen sie sich hervorragend, um die eigenen Social-Media-Kanäle mit interessanten Videos zu versorgen.

Video: ©NewFinance / YouTube NewFinance 

7. Webcast

Bezeichnet jegliche Art von Video, die einer Fernseh- oder Radiosendung ähnelt. Diese werden als On-Demand-Angebot im Internet auf verschiedenen Plattformen wie YouTube oder Twitch publiziert.

Video: ©NewFinance / YouTube NewFinance 

6. Multimedia-Präsentation

Die optimierte Version der Power-Point-Präsentation. Das Gimmick bei dieser Variante: zur Präsentation gesellt sich das Video. Ein denkbares Einsatzgebiet ist die Verkaufsförderung. Potentielle Kunden können sich in Ruhe die Produktpräsentationen ansehen, während sie zeitgleich den Interpretationsspielraum des Kunden durch den Video-Anteil aktiv eingrenzen. Zum Positiven.

Video: © JungMakler Award 2018

5. Teaser / Trailer

Eher für den Spielfilm konzipiert, sind Trailer emotions- und spannungsgeladene, kurze Videos. Ihre Aufgabe: begeistern, neugierig machen und emotionale Affinität schaffen. Einzusetzen sind solche Trailer dann, wenn gewisse Themenfelder mit dem Unternehmen oder dem Produkt verbunden werden sollen.

Video: © die Bayerische / #jedervierte BU-Kampagne

4. Messe- und Eventfilm

Ein Eventfilm ist das beste Mittel, um die Stimmung bei einer Veranstaltung einzufangen. Egal ob Interviewpartner, Präsentationen oder ein einfacher Rundgang auf dem Event. Solche Videos als Nachberichterstattung verdeutlichen jedem Abwesenden, was sie verpasst haben. Während der Messe können solche Videos eingesetzt werden, um Produktinnovationen direkt am Stand zu bewerben.

Video: © YouTube NewFinance / DKM 2017

3. Imagefilm

Aufwendige Inszenierung, Lebensgefühl, Leistung, Philosophie, Produkte und Mitarbeiter. Alles wird in Szene gesetzt, um ein authentisches Image zu vermitteln. Einsatzgebiete solcher Videos: Webseiten, Social Media Plattformen, Messen und jeder denkbare Touchpoint Ihrer Marke mit potentiellen Kunden.

Video: ©YouTube BlackRock

2. Produktfilm

Ganz klar: Das Produkt muss überzeugen. Auch im Video. Bei Produktfilmen gibt es keine Grenzen, solange das Verkaufsobjekt im Mittelpunkt steht. Neben Emotionen, die beim Kunden Bindung aufbauen sollen, liefert ein solches Video eine Vielzahl an Verkaufsargumenten.

Video: © die Bayerische

1. Webinar

Ein Webinar ist das interaktivste Videoformat. Ein Seminar im Web und somit das digitale Pendant einer Präsenzveranstaltung. Der Treffpunkt: ein virtueller Raum. Webinare finden im Rahmen einer Live-Schaltung statt. Hier kann mit der Hilfe eines Chats kommuniziert und diskutiert werden. Sie eignen sich hervorragend dafür, um potentiellen Kunden einen geführten und erklärten Einstieg in Produkte und Services zu ermöglichen.

Video: © YouTube / CWE Deutsch TECH TALK

Titelbild: © Blueskie /fotolia.com

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