Viele Webseiten und Social-Media Plattformen leben von Werbung. Vor allem von der digitalen Sorte: Google Adwords, Adsense und Facebook- und Xing-Anzeigen. Been there, done that. Und auch, wenn Datenschutzanweisungen und andere Richtlinien durchaus hinderlich sind: Der natürliche Feind des digitalen Flugblattes ist der Adblocker.

Es ist die leidige Frage zwischen „Daten abgreifen und relevante Werbung schalten“ und „Daten nicht abgreifen und wahllos Werbung schalten“. Ein Kampf zwischen Online-Marketing und dem User. Wie funktionieren aber die Ad-Blocker? Wie sinnvoll ist ihr Einsatz?

Digitaler Türsteher

Adblocker sind Open-Source-Werbefilter und Pop-up-Blocker. Überwiegend als Add-Ons genutzt, gibt es sie für jeden Browser wie Firefox, Google Chrome, Opera und Safari.
Die Funktionsweise: Nach der Installation begleitet der virtuelle Schatten Dich beim Surfen und erkennt dabei gängige Werbeformate. Je nach vorgenommener Einstellung blendet er diese aus, ersetzt sie durch andere, teilweise durch eigene oder sogar gemeinnützige Werbung.

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Die Vorteile:

  • Einfach zu bedienen und zu installieren
  • Sehr einfache technische Handhabe
  • Bietet Lern- und Merkfunktion für gewünschte Werbung an

Die Nachteile:

  • Das Surfen im Netz verlangsamt sich
  • Suchverhalten wird aufgezeichnet
  • Werbeplätze und Daten werden teilweise an Dritte verkauft

AdBlock Plus – 1, Axel Springer – 0

Dass die Thematik der Werbeblocker kontroverses ist, beweist der Fall Axel Springer vs. Eyeo. Die Ausgangslage: Der Verlag klagte gegen den Adblock Plus von Eyeo. Und verlor. So entschied zumindest der I. Senat des Bundesgerichtshofes. Damit stellt der Werbeblocker laut den Richtern keinen unlauteren Wettbewerb und keine rechtswidrige aggressive Geschäftspraxis dar.

Furcht und Entsetzen machte sich in Windeseile gleich in mehreren Verbänden breit. Denn sie sehen nun eine massive Gefährdung des Finanzmodells für journalistische Inhalte. Andere dagegen sehen das Leitbild des mündigen Verbrauchers bestätigt.

Auf wessen Seite steht Google?

Offensichtlich auf der Seite des Nutzers. Denn mit dem Chrome Adfilter hat sich Google entschlossen, den definierten Anzeigestandards für die Browser-Nutzer Folge zu leisten. Festgelegt hat jene Standards die Coalition for Better Ads (CfbA). Anders als Mathias Döpfner, CEO Axel Springer SE, sieht Lars Hense, Sales Director bei Inskin Media, für Publisher sogar Vorteile.

“Da die Akzeptanz von Anzeigen durch den Nutzer die Basis ist, auf der die meisten Finanzierungsmodelle von Online-Publishing und somit das freie Internet aufgebaut sind, ist Nutzerfreundlichkeit für Publisher Gold wert – und der Chrome Adfilter gibt den Publishern eine legitime Grundlage dafür, radikale Entscheidungen darüber zu treffen, welche Formen von Anzeigen sie auf ihrer Seite zulassen und welche nicht.”

Das Verhalten meiner Daten

Die Fragen aller Fragen: Adblocker nutzen, ja oder nein? Ist so schnell und einfach nicht zu beantworten. Auf der einen Seite stützt Online-Werbung die Existenzen vieler Webseitenbetreiber. Auf der anderen Seite ist sie nervig und omnipräsent. So verkommen viele Social-Media Plattformen zu reinen Aneinanderreihungen von Werbebannern und Produktplatzierungen.

Aber auch die Reputation der Adblocker ist nicht die beste. Viele kooperieren mit Online-Marketingfirmen. Datenaustausch und -handel ist keine Seltenheit. Trotzdem schön zu wissen, wer trackt. Hier gibt es die gängigsten Blocker zum Ausprobieren:

1.     Adblock Plus
2.     Better Privacy
3.     Cliqz (Add-on)
4.     Disconnect
5.     NoScript
6.     Ghostery
7.     Privacy Badger
8.     Scriptsafe
9.     uBlock Origin

Bild: © Feodora/ fotolia.com

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