Ob der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea abfärbt, ist nicht bekannt. Doch auch der grüne Messenger WhatsApp rüstet auf. Mit Updates! Auf welche Neuerungen und Änderungen dürfen sich Nutzer demnächst freuen? Und warum ausgerechnet Unternehmen sich die gierigen Hände reiben …

Grün ist der Geruch des Gewinns

Eine umsatzstarke Cashcow für den Mutterkonzern Facebook ist der im Jahr 2014 für 19 Milliarden Dollar übernommene Messenger nicht. Noch nicht, da WhatsApp kostenlos ist und auf Werbeeinblendungen verzichtet. Allerdings verdichten sich die Anzeichen auf ein neues WhatsApp-Geschäftsmodell, das künftig für ordentlich Profit sorgen dürfte. Auch wenn der Messenger bereits jetzt als Marketing-Tool zum Einsatz kommen kann. So berichtet der auf WhatsApp-Beta-Versionen spezialisierte Blog WABetaInfo über neuen Details rund um einen geplanten Business-Service.

„Liebe Passagiere …“

Zukünftig sollen Unternehmen die Möglichkeit erhalten, den Messenger als multifunktionale Kommunikationsplattform zu nutzen. Solche WhatsApp-Unternehmerprofile könnten von interessierten Nutzern abonniert werden, um anschließend Information und Neuigkeiten rund um ein Angebot zu bekommen. Als Beispiel werden Airlines genannt. Die Fluggesellschaften wäre in der Lage, ihre Passagiere über Verspätungen oder Flugausfälle über Whats-App-Push-Nachrichten auf dem Laufenden zu halten. Noch im diesem Jahr dürften sich erste Unternehmensprofile auf WhatsApp etablieren. Erste Einblicke in ein Business-Account liefert die Beta-Version 2.17.285.

Einen Haken gibt es immer

Wie Twitter, YouTube und Instagram führt auch zukünftig WhatsApp ein Häkchen ein, um offizielle oder in dem Fall Unternehmer-Accounts, zu markieren. Für Nutzer bedeutet das, dass die Haken im User-Namen strengstens untersagt sind. Demnach zeigt WhatsApp eine Fehlermeldung an, sobald das Häkchen-Emoji auftaucht. Die Nachricht taucht erstmals in der Beta-Version 2.17.234 für Windows Phone auf, wie WABetaInfo über Twitter meldet.

Mit diesen Updates will WhatsApp punkten:

Telefonieren und spielen gleichzeitig

WhatsApp will die Multitasking-Fähigkeiten des Messengers verbessern. Wie WABetaInfo auf Twitter berichtet, liefert die Version 2.17.265 eine Bild-in-Bild-Funktion für Videoanrufe. Dabei lässt sich das Fenster mit dem Videochat auf dem Display platzieren, während im Hintergrund eine andere App läuft. So können Termine abgesprochen werden, während im Hintergrund der Standort per Google-Maps ausfindig gemacht wird. Das klappt auf Smartphones, auf denen das derzeit ebenfalls noch in Entwicklung befindliche Android 8.0 Oreo installiert ist.

YouTube-Videos im Chat-Fensters

Noch ist das Ansehen von YouTube-Videos über WhatsApp etwas umständlich: Im Chat erscheint lediglich ein Link mit Vorschaubild, der anschließend in die YouTube-App oder den Browser führt. In der neuen Beta-Version der iOS-App sollen Videos von YouTube sich bequem innerhalb des Chat-Fensters betrachten. Soll es mit dem Schreiben trotzdem weitergehen, lagern Nutzer den Clip über eine Schaltfläche in ein eigenes Fenster aus. Bisher verschwindet das Videofenster jedoch, sobald der Nutzer einen anderen Chat aufrufen.

Quick Reply und Nachrichtenrückruf

Es wird künftig eine frische Kontaktliste, die sich bei den Status-Updates befindet, geben. Ebenfalls neue, eine „Quick Reply“-Funktion. Sie ermöglicht, eine erhaltene Chat-Nachricht durch ein Fingerwischen zur Seite als Zitat zu öffnen und direkt darauf zu antworten. Darüber hinaus taucht in immer mehr WhatsApp-Beta-Versionen die lang erwartete Widerruf-Funktion für gesendete Nachrichten auf. Eventuell ist es also in naher Zukunft endlich möglich, bereits abgeschickte Nachrichten zurückzurufen.

Einfache Textformatierung

Laut Caschys Blog macht die aktuelle Beta-Version von WhatsApp es einfacher, Texte zu formatieren. Mussten User bisher Textstellen mit Sonderzeichen markieren, soll das bald durch ein grafisches Interface gelöst werden. Um dieses aufzurufen, genügt es, die betreffenden Worte zu markieren. Ein Kontextmenü lässt die Nutzer anschließend zwischen verschiedenen Formatierungen wählen. Momentan scheint die Funktion nur für Smartphones mit Android 7.0 und höher freigeschaltet zu sein.

Gruppen-Informationen bekommen ein Update?

Das Update für die Gruppen-Info-Funktion erlaubt die Bearbeitung der Standardeinstellungen, etwa das Stummschalten oder den eigenen Signalton und verfolgen den Verlauf im Chat. User können im Info-Menü demnach alle versendete Medien, Dateien, Links oder Bilder sowie favorisierten Beiträge und den Chatverlauf einsehen. Vorerst aber soll das Update offenbar nur für iOS-Nutzer verfügbar sein; zu einer Android-Version liegen bisher keine Informationen vor. Außerdem soll eine Pin-Funktion es ermöglichen, Gruppen-Chats oben „anzupinnen“. Diese verschieben sich danach nicht mehr beim ständigen Schreiben in vielen verschiedenen Gruppen permanent nach oben oder unten, sondern bleiben immer im oberen Bereich angeheftet.

Mitmachen statt dabeistehen

Der große Vorteil des Messengers ist, dass dieser außer Text auch Bilder, Videos, Audiodateien und Standortmeldungen verschickt. Statt langer Beschreibungen und einfallslosen PR-Texten kann das Unternehmensprofil bei WhatsApp wahre virale Kracher hervorbringen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kampagne zur Produkteinführung einer neuen Kollektion von Absolut Vodka von der südamerikanischen Agentur Woonky. In drei Tagen ununterbrochener Kommunikation mit der direkten Zielgruppe wurden über 600 Kontaktdaten gesammelt. Mit den neuen Updates soll es noch besser funktionieren. Wenn das nicht Musik in den Ohren eines jeden Unternehmens ist.

Bild: © Sunny studio/ fotolia.com

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