Nebel. Laub. Nässe. Und große Waldbewohner! Keine besonders gute Kombi, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Denn zurzeit ist er wieder schnell passiert: Der Wildunfall. Die Folge: Das Auto ist meistens hinüber. Und sowohl Mensch als auch Tier schweben bei einem heftigen Zusammenstoß in Lebensgefahr.

Den Hirsch zur Kasse bitten

Die meisten Wildunfälle enden mit einem Blechschaden ungeahnten Ausmaßes. Im Jahr 2015 zahlten die Versicherer pro Schadensfall mit einem Wildtier rund 2.485 Euro. Insgesamt stieg der Schaden laut GDV auf über 653 Millionen Euro an. 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wichtig: Eine reine Kfz-Haftpflichtversicherung greift bei einem Wildunfall nicht. Erst ab einer Teilkasko-Versicherung wird der Schaden gedeckt. Meistens aber auch nur, wenn der Schadenverursacher Haare hatte. Richtig gehört! Unter das so genannte Haarwild fallen Wildschweine, Rehe, Hirsche und ähnliches. Unfälle mit Vögeln und Kröten sind also nicht versichert – die besitzen bekanntlich ja auch keine Haare.

Für eine Schadensregulierung muss sichergestellt sein, dass das Auto auch wirklich gefahren ist. Legt sich ein Wildtier mit einem geparkten Auto an, handelt es sich nicht um einen Fahrunfall. Zudem darf das Wild nicht schon vorher tot gewesen sein. Wer einem toten Tier auf der Straße ausweicht und dabei einen Unfall verursacht, trägt selbst die Schuld. Denn dann handelt es sich um einen Fahrfehler.

Rehragout? Keine gute Idee!

Und wenn das Wildtier durch den Aufprall tot ist – was tun? Mitnehmen und essen ist wohl nicht empfehlenswert. Zum einen ist das Wilddieberei und strafbar. Zum anderen kann das Fleisch durch den Transport und eine mangelnde Kühlung schnell verderben. Aber was nun mit dem Tier tun? Klar: der Jäger muss her. Polizei und Feuerwehr sind nämlich in solchen Fällen nicht zuständig, können aber gegebenenfalls den örtlichen Jäger oder den deutschen Jagdverband kontaktieren.

Sechs Tipps zum Thema Wildunfall!

  • Drosseln Sie in ausgewiesenen Wildwechselzonen das Tempo.
  • Erkennen Sie ein Tier auf der Fahrbahn, blenden Sie ab und hupen Sie gegebenenfalls.
  • Weichen Sie niemals einem Tier aus.
  • Rufen Sie bei einem Unfall umgehend die Polizei und sichern Sie die Unfallstelle ab.
  • Fassen Sie das verletzte Tier nicht an und verladen Sie es auch nicht in Ihren Kofferraum.
  • Fotografieren Sie die Schäden, um später den Wildunfall beweisen zu können.

Titelbild: ©scusi

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