Eigentlich könnte es so einfach sein. Paypal sollte mit dem neuen Online-Bezahlsystem Paydirekt gehörige Konkurrenz bekommen. Ins Leben gerufen von deutschen Banken und Sparkassen ging es im November 2015 ans Netz und sollte für positiven Wirbel sorgen. Nach einem guten halben Jahr wird es Zeit, das erste Resümee zu ziehen. Und das fällt bescheiden aus.

Bislang bieten zwar rund 1.000 Banken ihren Kunden Paydirekt an, allerdings ziehen Händler und Kunden nicht mit. Anbieter sind unter anderem die Commerzbank, die Postbank, die meisten Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Hypovereinsbank. Laut Betreibergesellschaft Paydirekt GmbH sollen sich bislang rund 250.000 Kunden angemeldet haben. Dennoch sehen Kunden und Shop-Betreiber keinen triftigen Mehrwert in dem neuen Online-Bezahl-Service.

PP: Problem Paydirekt?

An der Registrierung kann das mangelnde Interesse nicht liegen. Diese ist mehr als einfach und erfolgt über das Online-Konto der eigenen Bank, durch Angabe des Namens und eines Passworts. Mit einer Tan-Nummer wird die Registrierung abgeschlossen. Allerdings gestaltet sich der eigentliche Kauf mehr als schwierig, wenn bis dato nur kleine Händler Paydirekt anbieten und nach einem halben Jahr gerade mal der IT-Versand “Alternate” sowie die Süßwarenhersteller Haribo und Mars als größere Partner mit von der Partie sind. Im März 2016 waren es überschaubare 33 Händler, die Paydirekt akzeptieren. Die Mehrheit der Shop-Betreiber bleibt weiterhin skeptisch. Kein Wunder, da diese bislang einen hohen Bürokratieberg überwinden müssen, um die Bezahlmethode überhaupt anbieten zu können. Hinzu kommt, dass Paydirekt keine Person-to-Person (P2P)-Zahlungen und auch kein Mobile Payment zulässt. Wozu dann das Ganze? Laut Paydirekt würde vor allem der Datenschutz groß geschrieben. Na dann …

Titelbild: © fotolia/Maksim Kabakou

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