Die bisher größte Expertenrunde gab es vergangenen Mittwoch in der sechsten Folge des ZFF #wirzusammen Branchentalks. Mit den Vorständen der Vereins- und Vermittlerverbände Erwin Hausen (BFV), Frank Rottenbacher (AfW), Christian Sünderwald (SdV), Ralf W. Barth (VSAV), Martin Klein (Votum) und Christian Schwalb (ZUKUNFT FÜR FINANZBERATUNG e.V.) hielten wir Dialog über die großen Herausforderungen, denen sich Finanzdienstleister und Maklerunternehmen derzeit stellen müssen. Die Experten gaben einiges an Input, Output und auch Perspektiven preis.

Durch den Branchentalk geführt haben Chefredakteur und Mitgeschäftsführer der NewFinance Mediengesellschaft Dr. Rainer Demski sowie Podcaster und Versicherungsmakler Patrick Hamacher. Der Branchentalk fand in Kooperation mit dem Verein ZUKUNFT FÜR FINANZBERATUNG e.V. statt.

Übrigens: Wer den Talk Mittwochabend verpasst hat, für den gibt es den kompletten Branchentalk hier auf Youtube zum Nachschauen.

Zukunftsprognose des Berufs Versicherungsvermittler

„Würden Sie einem jungen Menschen heute, angesichts der vielen Herausforderungen in dem Beruf, überhaupt noch raten, den Beruf des Versicherungskaufmanns zu erlernen?“ Die erste Frage von Patrick Hamacher an die Vermittlerverbände war bewusst provokant.

Christian Sünderwald zufolge sei der Beruf des Versicherungsvermittlers zwar in vielerlei Hinsichten schwerer geworden, vielfach jedoch auch chancenreicher. In der Kommunikation beispielsweise gäbe es mittlerweile ganz andere Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Menschen zu erreichen. Ralf Barth zufolge käme es ganz darauf an, welches Geschäftsmodell man anstrebe: „Je mehr man sich spezialisiert und mit anderen Kollegen ergänzt, desto erfolgreicher wird man am Markt sein“. Auch Frank Rottenbacher stimmte zu und merkte noch an, dass auch eine grundlegende Unternehmerfähigkeit gegeben sein müsse.

Martin Klein dagegen sah die Chance vor allem im Bereich der jüngeren Maklergeneration. Die Überalterung im Bestand schaffe dieser Zielgruppe ganz neue Möglichkeiten. Aus Märkten wie Großbritannien sei zudem aufgrund des Provisionsverbots zu erkennen, dass eine Beratung dringend erforderlich sei und der Vermittler einen sehr wichtigen Job mache, so Erwin Hausen. Christian Schwalb brachte es weiter auf den Punkt: „Es gab noch nie so viel Technik, so viele Möglichkeiten. Die Aufgaben sind immense. In der Finanzdienstleistung als Berater zu arbeiten,  war noch nie so spannend und faszinierend wie heute.“

§34f Aufsicht und die BaFin: Schrittweise Übertragung der Vermittleraufsicht?

„Das aktuelle Gesetz wird zum 01. Januar 2021 wohl nicht mehr kommen, das passt zeitlich nicht mehr“, prognostiziert Frank Rottenbacher zu diesem sehr aktuellen Thema. Es gebe im Hintergrund weiterhin Gespräche bezüglich der Umsetzung, bei denen die Meinungen der verschiedenen Parteien jedoch deutlich auseinander gingen.

Nach Martin Klein habe der Markt durch den Skandal bei wirecard – unter Aufsicht der BaFin – hochgerechnet rund zehn Milliarden Euro Anlageschaden auf dem Markt zu verkraften.

Betriebsschließungen: Regulierungen und Differenzen

Intensiv diskutiert wurde von den Vorständen der Vermittlerverbände auch zu einem zweiten „Reizthema“ der Branchen. Den coronabedingten Betriebsschließungen und den damit verbundenen Differenzen rund um die Regulierung. Erwin Hausen gab zu bedenken, dass man auch die Seite der Versicherer verstehen müsse. Würden alle Versicherer „ohne mit der Wimper zu zucken“ leisten, wäre der Schaden fast 100 Mal so hoch wie die Prämieneinnahmen. Christian Sünderwald nach hätten die Gesellschaften vielfach die Möglichkeiten der Kommunikation nicht voll ausgeschöpft. Denn obwohl die Bedingungen der Versicherer so unterschiedlich seien, seien sie im Einzelfall dennoch immer klar. Es gäbe kein grau, nur schwarz oder weiß. Wichtig wäre daher gewesen, rechtzeitig klar zu informieren und kommunizieren.

Save the date: nächster Branchentalk am Mittwoch, 22. Juli 2020

Den nächsten Branchentalk gibt es wieder in zwei Wochen, am 22. Juli 2020 um 19 Uhr. Dann sprechen wir mit Marcus Rex, Vorstand Smart InsurTech AG, und Mathias Grellert, Senior Projekt Manager der DEFINO zum Thema: DIN 77230 und automatisierte Workflows: Eine Kombi für mehr Erfolg und Effizienz in der Beratung.

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