Gewinnspiele als Methode des Marketings haben sich im Netz durchgesetzt. Vieles, was im Internet „G“-spielt wird ist allrdings illegal. Denn obwohl die Begriffe Gewinnspiel und Glücksspiel ähnlich klingen, gibt es einen großen Unterschied. Gewinnspiele kann jeder veranstalten, doch ein Glücksspiel braucht eine staatliche Genehmigung. Ohne diese drohen strafrechtliche Konsequenzen nach § 284 Strafgesetzbuch! Vermeide die unten genannten Fehler bei der Planung! Und was tun bei Verarsche?

Auf dem rechten Weg

Ein Gewinnspiel zu veranstalten hat viele Vorteile. Leads und E-Mail-Adressen werden generiert, Traffic und Bekanntheitsgrad steigen und gezielt eingesetztes Productplacement ermöglicht häufig zusätzliche Einnahmen durch Sponsoring. Neuigkeiten und innovative Produkte können so erfolgreich  beworben werden. Aber Achtung: Um auch rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, unbedingt die Regelungen der jeweiligen Plattformen prüfen!

Vermeide diese häufigsten Fehler

Gewinnspielteilnahme an den Erwerb von Waren oder Dienstleistungen koppeln:
Ein verbreiteter Fehler. Hier ist die Gesetzgebung klar auf Seite des Verbrauchers. Die Koppelung der Teilnahme an Waren oder Dienstleistungen wird als Wettbewerbsvorteil (Kaufzwang) und damit als Wettbewerbsverstoß angesehen. Nach § 4 Nr.6 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Unwissenheit von Kindern und Jugendlichen ausnutzen:
Die sogenannte „geschäftliche Erfahrenheit“ ist ein wichtiger Punkt. Jeder Teilnehmer muss erkennen, dass kein Kaufzwang besteht, die Teilnahmebedingungen verstehen und seine Einwilligungen zu weiteren Datennutzung abgeben. Bei minderjährigen Teilnehmer geht man eher von einer Unerfahrenheit aus. Deswegen müssen Teilnahmebedingungen wie Alter sehr deutlich formuliert und gekennzeichnet sein.

Name des Gewinners veröffentlichen:
Dies ist zwar gang und gäbe, ist aus rechtlicher Sicht schwierig. Zu beachten sind hier insbesondere der Datenschutz und das Interesse des Teilnehmers an seiner Privatsphäre. Gewinnernamen als Kürzel zu veröffentlichen ist legitim. Möchte man den ganzen Namen des Gewinners schreiben, muss dieser zuvor darüber aufgeklärt werden und sein Einverständnis geben. Es reicht nicht, dies in den AGB anzugeben. Am besten ist das Hinzufügen eines Passus in die Teilnahmebedingungen: „Teilnehmer erklären sich einverstanden, dass ihr/sein Name im Falle des Gewinns auf der Website oder in einem öffentlichen Posting des Gewinnspielanbieters veröffentlicht wird“.

Unzureichende oder irreführende Teilnahmebedingungen
Alle Preisausschreiben und Gewinnspiele müssen grundsätzlich klar formulierte und eindeutige Teilnahmebedingungen vorweisen können. § 4 Nr. 6 UWG bestimmt, dass falsche, irreführende Angaben verboten sind. Das unzureichende Aufklären sowie das Unterlassen von Teilnahmeinformationen ebenfalls.

Die Teilnahmebedingung muss folgende Punkte enthalten

  • Teilnahmefrist (Der zeitliche Rahmen des Gewinnspiels muss angegeben sein)
  • Termin für die Auslosung der Preise und Ziehung der Gewinner
  • Kreis (Alter, Voraussetzungen) der berechtigten Teilnehmer benennen
  • Hinweis, dass der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen den Ausgang des Gewinnspiels nicht beeinträchtigen
  • Regeln, nach denen die Gewinner bestimmt werden
  • Regelung, wie die Gewinne zu den Gewinnern gelangen
  • Unter Umständen Hinweise, dass die Preise vom Umtausch ausgeschlossen sind
  • Datenschutzhinweise
  • Genaue Angaben zum Gewinn (Art, Anzahl usw.)
  • Der Hinweis – Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Hinter dem dritten Tor befindet sich: Nichts!

Unseriöse Gewinnspiele gibt es im Netz wie Sand am Meer. Oder Hipster bei Starbucks. Der erste subtile Hinweis, dass ein Gewinnspiel eine betrügerische Masche ist, wenn eine Gewinnbenachrichtigung eingeht, man sich aber an keine Teilnahme an einem Gewinnspiel erinnert. Sollte der Gewinn an eine Bestellung, einen Kauf oder einen Vertragsabschluss gebunden sein – Finger weg!

Vermeintliche Traumreisen als Gewinn versprechen Luxus und Sorglosigkeit. Doch hier ist auf das Kleingedruckte zu achten. Hinweise wie Beschränkung (Einperson- oder Zweipersonenreise, feste Reisezeiten, nur Aufenthalt) und versteckte Kosten werden leicht überlesen. Hier hilft es, auf die Angaben des Reiseveranstalters selbst oder auf die AGB des Unternehmens zu achten.

Das Kind ist bereits im Brunnen?

Eine gute erste Anlaufstelle ist MIMIKAMA, eine internationale Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetmissbrauchs, oder die Bundesnetzagentur sowie die Verbraucherzentrale.

Bild: © BillionPhotos.com/fotolia.com

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